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DRV mit neuer Doppelspitze: Westermann und Migende übernehmen Führung

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) steht vor einer bedeutenden Umstrukturierung, da sein langjähriger Präsident Franz-Josef Holzenkamp Ende des Monats aus Altersgründen zurücktritt. Holzenkamp leitete den Verband neun Jahre lang und hinterlässt eine Organisation, die sich für die Zukunft neu aufstellt. Die Nachfolge wird durch eine Doppelspitze geregelt, bestehend aus einem ehrenamtlichen und einem hauptamtlichen Präsidenten. Diese neue Struktur steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Mitgliederversammlung am 18. Juni.

Neues Führungsmodell: Doppelspitze im DRV

Das neue Führungskonzept des DRV spiegelt das Modell der genossenschaftlichen Unternehmen wider, bei denen ein Aufsichtsrat mit einem Vorstand zusammenarbeitet. Der Vorschlag sieht Jochen Westermann, Landwirt und Aufsichtsratsvorsitzender der Westfleisch, als ehrenamtlichen Präsidenten vor. Jörg Migende, bisheriger Hauptgeschäftsführer des DRV, soll das Amt des hauptamtlichen Präsidenten übernehmen. Diese Strukturänderung soll die Effektivität des Verbandes erhöhen und gleichzeitig die strategische Ausrichtung stärken.

Verkleinertes Präsidium als strategisches Steuerungsgremium

Eine weitere wesentliche Änderung betrifft das Präsidium des DRV, das künftig als verkleinerter Aufsichtsrat fungieren soll. Laut Holzenkamp wird es aus sieben oder acht Vertretern der verschiedenen Sparten bestehen, für die sich der Verband engagiert. Diese Anpassung zielt darauf ab, eine intensivere Begleitung der hauptamtlichen Tätigkeiten zu gewährleisten und den DRV optimal auf kommende Herausforderungen vorzubereiten.

Holzenkamps vielseitige Karriere im Agrarsektor

Franz-Josef Holzenkamp war seit 2017 an der Spitze des Deutschen Raiffeisenverbandes tätig und wird sein Amt am 30. Juni 2026 auf eigenen Wunsch niederlegen. Neben seiner Rolle beim DRV war er 14 Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG und ist sowohl gelernter Industriekaufmann als auch Landwirtschaftsmeister. Zudem war er Mitglied in wichtigen Kommissionen wie der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft. Von 2005 bis 2017 diente er im Bundestag und war ab 2011 agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.