Die Preise für Raps haben in Europa einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet und erreichten an der Euronext am Donnerstag 524 Euro pro Tonne, was den höchsten Stand seit April 2025 markiert. Auch die zukünftigen Rapspreise für die neue Ernte sind deutlich gestiegen und liegen nun bei 503 Euro je Tonne. Diese Entwicklung spiegelt auch die weltweite Tendenz wider, da die Preise in Kanada ebenfalls stark angestiegen sind und Soja in den USA ein Zwei-Jahreshoch erreicht hat.
Preistreiber: Energiemarkt und geopolitische Spannungen
Analysten führen den Preisanstieg auf verschiedene Faktoren zurück, darunter die derzeitige angespannte Lage auf dem Energiemarkt. Die Blockade des Schiffsverkehrs durch iranische Kräfte in der Straße von Hormus sowie die US-Sanktionen gegen iranische Häfen haben zu Engpässen bei Öl und Gas geführt. Diese geopolitischen Spannungen treiben nicht nur die Rohölpreise in die Höhe, sondern auch Sojaöl zeigt in Chicago einen Aufwärtstrend und notiert auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2022.
Kanadische Canola-Preise im Aufwind
In Kanada kletterten die Canola-Preise fast auf 740 CAD pro Tonne, der höchste Stand seit Mitte März. Die gestiegenen Ölpreise und die Verteuerung von Sojaöl beeinflussen diesen Trend maßgeblich. Obwohl das Frühjahr spät einsetzte und die Aussaat verzögerte, berichten kanadische Landwirte optimistisch, dass ausreichend Zeit bleibt, um eine normale Produktion sicherzustellen.
Prognosen für Australien und Auswirkungen auf den globalen Markt
Ein Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) prognostiziert einen Rückgang der Rapsproduktion in Australien um 19 % im Wirtschaftsjahr 2026/27, was einem Rückgang auf 6,2 Millionen Tonnen entspricht. Dies könnte den internationalen Markt weiter unter Druck setzen. Lieferengpässe sowie steigende Kosten für Diesel und Stickstoffdünger belasten zusätzlich.
Entwicklung der Soja- und Palmölmärkte
Die Preise für Sojabohnen haben mit 1181 US-Cent pro Buschel ein Zwei-Jahreshoch erreicht. Geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran halten die Rohölpreise hoch, was wiederum die Nachfrage nach Sojaöl als Biodiesel-Rohstoff erhöht. Obwohl China weiterhin stark von Brasilien abhängig ist, plant Peking eine Reduzierung der Importe verschiedener Rohstoffe.
Palmöl-Futures in Malaysia sind leicht gesunken aufgrund von Gewinnmitnahmen nach einem Höchststand über zwei Wochen hinweg. Allerdings stieg der Preis im Wochenverlauf dennoch um fast 4 %, unterstützt durch einen schwachen Ringgit und hohe Rohölpreise aufgrund von Störungen im Nahen Osten. Malaysia plant eine Erhöhung der Biodiesel-Beimischung von B10 auf B15, was das Angebot weiter verknappen könnte.
