Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt nach wie vor eine erhebliche Bedrohung für die Schweinebestände in Europa dar, insbesondere in Rumänien. Eine neue Studie von rumänischen und französischen Wissenschaftlern beleuchtet die Wege, über die das Virus in landwirtschaftliche Betriebe eindringen kann. Laut der Untersuchung wurden etwa 60 % der Infektionen in rumänischen Schweinezuchtbetrieben durch den Kontakt mit anderen infizierten Betrieben verursacht.
Bedeutung von Biosicherheitsmaßnahmen
Die Erkenntnisse der Forscher unterstreichen die Dringlichkeit strenger Biosicherheitsmaßnahmen. Schweinehalter müssen sicherstellen, dass ihre Arbeitskleidung und Werkzeuge regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Ein wirksames Management der Biosicherheit ist entscheidend, um die Ausbreitung innerhalb und zwischen den Betrieben einzudämmen.
Einfluss der Wildschweinpopulation
Zusätzlich wurden 27 % der ASP-Infektionen auf die Wildschweinpopulationen in der Umgebung zurückgeführt. Diese Tiere stellen eine wesentliche Infektionsquelle für Hausschweine dar, was Maßnahmen erfordert, die den direkten Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen minimieren. Die Forscher betonen, dass solche Maßnahmen unerlässlich sind, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.
Ein weiterer Anteil von 13 % der Infektionen konnte nicht eindeutig zugeordnet werden und wird auf externe Faktoren zurückgeführt, die noch näher untersucht werden müssen.
Infektionswege bei Wildschweinen
Auch bei der Wildschweinpopulation sind Infektionswege identifiziert worden: Etwa 61 % der infizierten Wildschweine steckten sich bei Artgenossen an. Die restlichen 39 % infizierten sich durch den Kontakt mit erkrankten Hausschweinen. Diese Erkenntnisse verdeutlichen das komplexe Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Wirtsgruppen.
Studie zur ASP-Dynamik
Die Studie analysierte das Auftreten von ASP-Ausbrüchen in Rumänien während der ersten Phase der Epidemie von Juni bis Dezember 2018. Dabei wurden Daten aus privaten Hausschweinehaltungen sowie lokalen Wildschweinpopulationen untersucht. Die Ergebnisse flossen in ein Modell zur Berechnung der Virusdynamik zwischen diesen Gruppen ein.
Rumänien als Zentrum des ASP-Ausbruchs
Rumänien bleibt ein Brennpunkt für ASP in Europa. Im Jahr 2026 verzeichnete das Land bereits 70 bestätigte Fälle bei Hausschweinen, was mehr als zwei Drittel aller europäischen Fälle ausmacht. In den Jahren 2022 und 2025 wurden ebenfalls hohe Fallzahlen registriert, nämlich 316 beziehungsweise 465 Ausbrüche bei Hausschweinen.
Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut zeigt dies die anhaltende Herausforderung, die ASP in Rumänien darstellt, und unterstreicht die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen sowohl auf lokaler als auch auf europäischer Ebene.
