Der Preis für Schlachtschweine bleibt weiterhin stabil bei 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG), doch der Markt zeigt sich angespannt. Trotz des gleichbleibenden Preises und einer kürzlichen Senkung um 5 Cent in der Vorwoche, fordern Schlachter weitere Preisabschläge. Dies würde die ohnehin belasteten Schweinehalter vor noch größere Herausforderungen stellen.
Angebotsüberschuss und Absatzprobleme
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat ihre Preisempfehlung nicht verändert, da das vorhandene Angebot den Bedarf gut deckt. Dennoch bleibt die Lage am Schweinemarkt kritisch. Das Angebot an Schlachtschweinen ist umfangreich, wobei es regional Schwierigkeiten gibt, alle Tiere zu vermarkten. Der Bayerische Bauernverband stellt fest, dass die Zahl der geschlachteten Tiere hoch bleibt, ohne Anzeichen eines Rückgangs.
Zusätzlich tragen höhere Schlachtgewichte zur Fülle des Fleischmarktes bei. Robert Elmerhaus von Tönnies berichtete von einem Anstieg des durchschnittlichen Schlachtgewichts auf 100,2 kg. Die Vermarktung scheint daher eine große Herausforderung darzustellen, wie auch die zurückhaltende Haltung der Käufer auf der ISN-Internet-Schweinebörse zeigt: Keine der angebotenen 480 Schweine wurde verkauft.
Schwierige Bedingungen im Fleischabsatz
Obwohl die Preise gesunken sind, belebt dies den Fleischabsatz kaum. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein beobachtet ein europaweites Überangebot an Fleisch bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. Auch im Lebensmitteleinzelhandel und bei Discountern fehlen Impulse, während in der Gastronomie importiertes Fleisch als Konkurrenz auftritt.
Tönnies hebt zudem hervor, dass nationale und innereuropäische Märkte wenig Schwung zeigen, mit intensivem Wettbewerb aus fast allen europäischen Ländern. Diese Situation spiegelt sich in den jüngsten amtlichen Schlachtpreisen wider: Sie sind weiter gesunken und liegen bei 1,50 Euro/kg SG. Für Tiere der Handelsklasse E wurden 1,48 Euro/kg SG gezahlt.
Herausforderungen auf dem EU-Markt
Auf EU-Ebene bleibt der Druck hoch. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sieht ein starkes Lebendangebot bei geringer Nachfrage im Handel. Faktoren wie hohe Lebenshaltungskosten und die Afrikanische Schweinepest begrenzen den Absatzmarkt zusätzlich.
Laut ISN führten die jüngsten europäischen Preisrunden zu weiteren Abschlägen in mehreren Ländern mit Ausnahme Dänemarks. Der EU-Durchschnittspreis lag in Kalenderwoche 41 bei 1,59 Euro/kg, was einen Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Insgesamt wurden von Januar bis Juli mehr Schweine geschlachtet als im Vorjahreszeitraum, jedoch gingen die Exporte leicht zurück. Diese Diskrepanz zwischen Produktion und Export könnte den Markt weiter belasten.
