Die Nachfrage nach amerikanischem Weizen hat Anfang Oktober nachgelassen. In der Woche bis zum 8. Oktober 2026 gingen die Exportverkäufe der USA um 29 Prozent zurück. Die tatsächlichen Weizenausfuhren legten dagegen deutlich zu.
Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) beliefen sich die Nettoexportverkäufe von Weizen für das Wirtschaftsjahr 2026/27 auf 319.900 Tonnen. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Rückgang um 29 Prozent. Auch der Durchschnitt der vorangegangenen vier Wochen wurde um 4 Prozent unterschritten.
In der Vorwoche hatten amerikanische Exporteure noch Verträge über rund 451.600 Tonnen Weizen abgeschlossen. Die aktuellen Zahlen des USDA Foreign Agricultural Service (FAS) zeigen damit eine rückläufige Nachfrage nach US-Weizen.
Taiwan und Sri Lanka waren größte Käufer von US-Weizen
Die meisten neuen Exportverträge entfielen auf asiatische Abnehmer. Taiwan führte mit Bestellungen über 105.800 Tonnen die Liste der wichtigsten Käufer an. Sri Lanka folgte mit 68.100 Tonnen.
Mexiko kaufte 52.300 Tonnen amerikanischen Weizen, während Japan Verträge über 49.700 Tonnen abschloss. Venezuela war mit 35.000 Tonnen ebenfalls unter den fünf größten Abnehmern vertreten.
Den neuen Bestellungen standen allerdings auch Vertragsreduzierungen gegenüber. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Singapur aus, wo die Nettoverkäufe um 63.000 Tonnen sanken. Weitere Kürzungen meldete das USDA für El Salvador mit 5.700 Tonnen und Kanada mit 2.100 Tonnen.
Diese negativen Buchungen wurden bei der Berechnung der wöchentlichen Nettoexportverkäufe berücksichtigt.
Tatsächliche Weizenexporte steigen um 48 Prozent
Während die neu abgeschlossenen Exportgeschäfte zurückgingen, erhöhte sich die tatsächlich ausgeführte Weizenmenge deutlich. In der Berichtswoche verschifften die USA insgesamt 323.600 Tonnen Weizen. Das waren 48 Prozent mehr als in der Vorwoche.
Trotz des kräftigen Anstiegs blieben die Lieferungen um 9 Prozent unter dem Durchschnitt der vorangegangenen vier Wochen.
Größter Abnehmer der tatsächlich exportierten Mengen war Südkorea mit 101.100 Tonnen. Nach Mexiko wurden 79.100 Tonnen geliefert, nach Sri Lanka 67.600 Tonnen.
Weitere größere Weizenlieferungen gingen nach Japan mit 54.000 Tonnen und El Salvador mit 7.500 Tonnen.
Die Differenz zwischen rückläufigen Exportverkäufen und steigenden Ausfuhren erklärt sich aus der unterschiedlichen Erfassung beider Größen. Während die Verkaufsstatistik neue Vertragsabschlüsse abzüglich Stornierungen und Reduzierungen ausweist, erfasst die Exportstatistik die tatsächlich verschifften Mengen. Diese können auch aus Verträgen stammen, die bereits in früheren Wochen abgeschlossen wurden.
Quellen:
- USDA Foreign Agricultural Service – Export Sales Reporting Program
- University of Tennessee – US-Getreidemarktbericht vom 16. Oktober 2026
