Die Diskussionen um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nehmen Fahrt auf, und der Deutsche Grünlandverband e. V. äußert scharfe Kritik an den Vorschlägen der irischen EU-Ratspräsidentschaft. Der Verband befürchtet signifikante Einkommensverluste für Betriebe, die auf Grünlandwirtschaft angewiesen sind. Diese könnten durch die Reduzierung von Direktzahlungen und durch eine Absenkung des Umweltambitionsniveaus entstehen.
Anhaltende Sorge um das Agrarbudget
Die mögliche Kürzung des EU-Agrarbudgets und die Sparforderungen der Nettozahlerländer könnten laut dem Verband die finanzielle Grundlage des Agrar- und Ernährungssystems ins Wanken bringen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sollten staatliche Gelder gezielt für Gemeinwohlleistungen eingesetzt werden, so die Forderung des Verbandes.
Simone Hartmann, Vorsitzende des Deutschen Grünlandverbands, drückt ihre Enttäuschung über die Vorschläge der irischen Ratspräsidentschaft aus. Sie sieht insbesondere in der Landwirtschaft und bei den Grünlandbewirtschaftern einen Mangel an Unterstützung. In Anbetracht der Debatten zur Zukunft der GAP fordert der Verband klare Maßnahmen.
Forderungen für eine gerechte Agrarreform
Der Verband betont die Notwendigkeit eines zielgerichteten Einsatzes öffentlicher Gelder. Diese sollten gesellschaftliche und ökologische Leistungen honorieren, etwa im Arten-, Klima- und Wasserschutz. Ein verbindliches Umweltringfencing innerhalb der EU sei entscheidend, um Mindestbudgets für Umweltmaßnahmen sicherzustellen und Marktverzerrungen zu vermeiden.
Weiterhin sieht der Verband die Notwendigkeit, Lohnkosten bei Überlegungen zu Degression und Kappung voll anzuerkennen. Dies solle verhindern, dass arbeitsintensive Betriebe mit tierischer Produktion im ländlichen Raum benachteiligt werden. Zudem fordert der Verband, dass frei werdende Gelder in den jeweiligen Regionen verbleiben und kofinanzierungsfrei für Agrarumweltmaßnahmen bereitgestellt werden.
Stabile Rahmenbedingungen gefordert
Hartmann hebt hervor, dass sowohl kleine als auch große Grünlandbetriebe entscheidend zur Ernährungssicherung beitragen, Kulturlandschaften pflegen und das Klima schützen. Diese Betriebe benötigen stabile Rahmenbedingungen sowie eine zielgerichtete Vergütung ihrer Gemeinwohlleistungen statt eines reinen Sparkurses.
Abschließend erwartet Hartmann vom Rat ein klares Bekenntnis zum Erhalt eines gut ausgestatteten Agrarbudgets sowie zur Fortführung des bisherigen Ambitionsniveaus bei den Umweltzielen.
Über den Deutschen Grünlandverband
Der Deutsche Grünlandverband vertritt in ganz Deutschland die Interessen von Landwirten und Betrieben, die Dauergrünland bewirtschaften. Dazu zählen sowohl kleine Familienbetriebe als auch größere Genossenschaften.
