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Seederal stellt Elektrotraktor mit 160 PS und 12 Stunden Laufzeit vor

Der französische Landtechnikhersteller Seederal hat einen vollständig elektrisch angetriebenen Traktor mit 160 PS vorgestellt. Nach vier Jahren Entwicklungsarbeit präsentiert das Unternehmen eine Maschine, die von Grund auf für den Elektroantrieb konstruiert wurde. Der Hersteller verspricht bis zu zwölf Stunden Einsatzzeit und will die ersten Traktoren Anfang 2028 ausliefern.

Der rein elektrische Ackerschlepper von Seederal auf dem Testgelände La Janais bei Rennes, Frankreich. Foto: Seederal

Anders als bei umgerüsteten Dieseltraktoren wurden Antrieb, Batterie, Energiemanagement und Fahrerkabine gemeinsam entwickelt. Seederal will damit einen Elektrotraktor anbieten, der auch für anspruchsvolle landwirtschaftliche Arbeiten geeignet ist.

Bis zu zwölf Stunden Arbeit mit einer Batterieladung

Mit 160 PS gehört der Seederal-Traktor zur mittleren Leistungsklasse. Nach Herstellerangaben ermöglicht die Batterie eine Einsatzdauer von acht bis zwölf Stunden. Wie lange der Traktor tatsächlich arbeiten kann, hängt unter anderem von der Belastung und der jeweiligen Tätigkeit ab.

Für das reguläre Laden nennt Seederal eine Dauer von acht bis zehn Stunden. Daneben ist eine Schnellladefunktion vorgesehen, mit der sich die Batterie bei Bedarf innerhalb von etwa zwei Stunden aufladen lässt.

Die Batterie wurde speziell für landwirtschaftliche Anwendungen entwickelt. Dabei legte das Unternehmen nach eigenen Angaben besonderen Wert auf eine lange Lebensdauer und die Belastbarkeit bei intensiven Arbeitseinsätzen.

Zapfwelle, Hydraulik und ISOBUS an Bord

Trotz des elektrischen Antriebs soll der Traktor mit herkömmlichen landwirtschaftlichen Anbaugeräten arbeiten können. Dafür verfügt er über eine Heckzapfwelle mit 540 und 1.000 Umdrehungen pro Minute, einen Heckkraftheber sowie eine leistungsfähige Hydraulikanlage.

Bis zu fünf doppeltwirkende Steuergeräte am Heck sind vorgesehen. Hinzu kommen verschiedene Anhängevorrichtungen und pneumatische sowie hydraulische Anhängerbremsen. Ein Frontkraftheber und eine Frontzapfwelle sollen optional erhältlich sein.

Auch bei der elektronischen Ausstattung orientiert sich Seederal an modernen Dieseltraktoren. Vorgesehen sind unter anderem ISOBUS-Kompatibilität, GPS-Lenksysteme, Telemetrie sowie Funktionen für das Feld- und Gerätemanagement. Darüber hinaus nennt der Hersteller automatisierte Fahrfunktionen.

Geräuschpegel in der Kabine bei nur 66 dB(A)

Bei der Entwicklung der Fahrerkabine stand neben der Bedienung auch der Fahrkomfort im Vordergrund. Eine speziell entwickelte Kabinenfederung soll Erschütterungen während der Feldarbeit reduzieren.

Der elektrische Antrieb senkt zudem die Geräuschbelastung. Seederal gibt einen Schalldruckpegel von 66 dB(A) bei geöffnetem Heckfenster an. Das soll die Arbeitsbedingungen insbesondere bei langen Einsätzen verbessern.

Elektrotraktor soll auch als Stromspeicher dienen

Seederal verfolgt mit dem Traktor ein Konzept, das über den elektrischen Antrieb hinausgeht. Landwirtschaftliche Betriebe sollen ihren selbst erzeugten Strom künftig auch für die Feldarbeit einsetzen und dadurch weniger Dieselkraftstoff benötigen.

Unternehmensgründer Arthur Rivoal erklärte, Landwirte sollten ihre Energieversorgung stärker selbst bestimmen können. Ein Betrieb, der eigenen Strom erzeuge, müsse diesen möglichst vielseitig nutzen können.

Dazu gehört nach den Vorstellungen des Unternehmens auch die Nutzung der Traktorbatterie als Energiespeicher für den Hof. Der Elektrotraktor könnte damit außerhalb seiner Arbeitseinsätze gespeicherte Energie bereitstellen. Wie diese Funktion technisch umgesetzt wird und unter welchen Bedingungen sie verfügbar sein soll, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

Mehr als 600 Teststunden mit elektrischem JCB Fastrac

Vor der Entwicklung des eigenen Traktors hatte Seederal bereits einen JCB Fastrac auf Elektroantrieb umgerüstet. Der Ende 2023 vorgestellte Versuchsträger diente dazu, Antriebstechnik und Batteriekonzept unter landwirtschaftlichen Einsatzbedingungen zu prüfen.

Insgesamt absolvierte die Maschine mehr als 600 Teststunden. An der Erprobung und Bewertung waren über 100 Landwirte beteiligt. Ihre Rückmeldungen flossen nach Unternehmensangaben in die Entwicklung des neuen Traktors ein.

Nach der Vorstellung des eigenständig konstruierten Modells bereitet Seederal nun die Markteinführung vor. Die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2028 geplant. Angaben zum Verkaufspreis liegen bislang nicht vor.

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