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US-Schweinehalter verlieren 1,2 Mrd. $ jährlich durch PRRS-Virus

Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest, Geflügelpest und Maul- und Klauenseuche stellen sowohl in Europa als auch in den USA eine erhebliche Herausforderung für Landwirte dar. Eine kürzlich abgehaltene virtuelle Konferenz des Aspen Institute Deutschland und der University of Illinois verdeutlichte jedoch, dass amerikanische Experten ihre Prioritäten teilweise anders setzen als ihre europäischen Kollegen und bei der Einführung neuer Technologien weniger zögerlich agieren.

Endemische Krankheiten: Ein kostenintensives Problem

Die größten Sorgen der US-Schweinehalter betreffen weniger exotische Seuchen, sondern altbekannte Erreger. Dr. Karyn Havas vom USDA hebt hervor, dass das Porzine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) jährlich über 1,2 Milliarden Dollar kostet. Auch wenn die Diagnostik kein Problem darstellt, lindern die verfügbaren Impfstoffe lediglich die Symptome. Das Virus verändert sich laufend, was seine Virulenz erhöht. Einen wirksamen Impfstoff oder Antikörpertest für das Porzine Epidemische Diarrhoevirus (PED) gibt es in den USA noch nicht, weshalb die Branche ein eigenes Tilgungsprogramm plant.

Im Bereich Geflügel stellt die Geflügelpest eine wachsende Bedrohung dar, da neue Varianten zunehmend auch Säugetiere betreffen. Zudem fehlen passende Impfstoffe gegen das Aviäre Metapneumovirus bei den US-Varianten, während gegen die Schwarzkopfkrankheit (Histomoniasis) bei Puten kaum Behandlungsoptionen bestehen.

Biosicherheit und Impfung: Ein neuer Ansatz?

Ted McKinney von NASDA betont, dass Biosicherheit zwar Priorität hat, aber nicht ausreicht, um Ausbrüche der Geflügelpest zu verhindern. Während Impfungen bei Masthähnchen und Puten aufgrund von Exportverlusten problematisch sind, sieht McKinney Potenzial für Testläufe bei Legehennen in Arizona. Hier könnten Erfahrungen gesammelt werden, ähnlich wie Frankreich es mit Entenimpfungen vorgemacht hat.

Zudem kritisiert McKinney die EU-Handelspolitik scharf. Die Beschränkungen genomischer Techniken auf Pflanzen und der Ausschluss von Nutztieren seien unverständlich. Ein PRRS-resistentes Schwein finde keinen Markt trotz seiner potenziellen Bedeutung im Kampf gegen Tierseuchen.

Tierwohl: Herausforderungen beim Transport und in der Praxis

Im Bereich Tierwohl identifizierten US-Vertreterinnen Defizite beim Transport von Tieren als größte Baustelle. Stephanie Wetter vom National Pork Board betont den großen Nachholbedarf im Vergleich zur betrieblichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

Christy Puffenbarger von der National Turkey Federation und Collette Kaster von PAACO sehen zudem Schwächen bei der Selektion und Nottötung kranker Tiere, die oft aus Kostengründen hinausgezögert werden. Beide fordern umfassendere Schulungen entlang der gesamten Produktionskette, denn Tierwohl lohne sich langfristig nur dann wirtschaftlich für die Erzeuger.

Dr. Michelle Colby betont die Bedeutung staatlich geförderter Forschung zur Verbesserung der Tiergesundheit. Projekte wie jenes an der University of Minnesota zielen darauf ab, neue Viren in Stallluft frühzeitig zu erkennen.