Die Optimierung der Maisernte hat für Landwirte und Agrarunternehmen große Bedeutung, insbesondere wenn es darum geht, die Effizienz und den Ertrag zu steigern. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Corn Silage Processing Score (CSPS), der den Aufschlussgrad von Maiskörnern während des Häckselprozesses misst. Ein CSPS-Wert von über 70 % gilt als optimal. Niedrigere Werte können dazu führen, dass die enthaltene Stärke von Kühen schlechter verwertet wird oder Biogasanlagen das Potenzial nicht vollständig nutzen.
Technologische Innovation im Einsatz
Die Fendt ForageQualityCam stellt eine bahnbrechende Entwicklung dar, indem sie den CSPS-Wert direkt im Feldhäcksler in Echtzeit misst. Diese Kamera wird am Auswurfkrümmer des Häckslers montiert und erfasst kontinuierlich das vorbeifliegende Material. Eine spezielle Software analysiert die Bilder und liefert dem Fahrer auf einem separaten Terminal aktuelle Daten über den Kornaufbereitungsgrad.
Ein besonderes Feature ist die Möglichkeit, eine Warnschwelle einzustellen. Wird diese unterschritten, ertönt ein akustisches Signal, das darauf hinweist, dass Anpassungen erforderlich sind. Laut Berichten ermöglicht dies den Fahrern, unmittelbar auf Schwankungen zu reagieren und die Qualität der Silage zu sichern.
Herausforderungen innerhalb eines Maisbestands
Der Praxistest zeigte deutlich, dass der Kornaufbereitungsgrad innerhalb eines Maisfeldes erheblich variieren kann. In trockenen Bereichen konnten Werte von fast 100 % erreicht werden, während in feuchteren Zonen etwa 80 % gemessen wurden. Diese Echtzeit-Messung bietet Fahrern die Möglichkeit, sofortige Anpassungen vorzunehmen und so die Silagequalität zu verbessern.
Zudem profitieren Lohnunternehmer von einer besseren Dokumentation ihrer Arbeitsergebnisse. Dies schafft nicht nur Sicherheit bei der Qualität der Maissilage, sondern auch Transparenz gegenüber Auftraggebern.
Nutzungsmöglichkeiten für ältere Maschinen
Interessanterweise ist die ForageQualityCam auch für ältere Häcksler geeignet. Da das System weitgehend unabhängig von der Maschine arbeitet, lässt es sich problemlos nachrüsten. Fendt plant, diese Technologie ab der Maiskampagne 2026 über seinen Parts-Bereich anzubieten.
Diese Innovation könnte einen bedeutenden Schritt in Richtung effizienterer landwirtschaftlicher Praxis darstellen und bietet eine wertvolle Unterstützung zur Verbesserung der Ernteerträge sowie der allgemeinen Betriebseffizienz.
