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Rapspreise stürzen um 17 Euro pro Tonne: Gründe und Auswirkungen

Am Montag erlebten die Rapspreise an der Euronext einen deutlichen Rückgang von 17 Euro je Tonne, was den Preis für den November-Liefertermin nahe die Marke von 520 Euro pro Tonne sinken ließ. Ein wesentlicher Grund hierfür war der Preisverfall bei Rohöl, begleitet von Regenfällen in Westeuropa, die die Rapsaussaat für die Ernte 2027 begünstigen. Diese Wetterbedingungen bieten Landwirten ein unerwartet günstiges Zeitfenster für die Aussaat.

Einfluss globaler Märkte auf europäische Rapspreise

Nicht nur der europäische Markt war betroffen: Auch andere Ölsaaten, wie Sojabohnen, standen unter Druck. Die „ProFarmer Tour“ prognostizierte nämlich hohe Ertragspotenziale in den USA, was dem Markt zusätzlichen Auftrieb verlieh. Zuvor hatten weniger optimistische Schätzungen noch Sorge bereitet. Hinzu kam, dass die US-Umweltbehörde EPA die Frist zur Einhaltung von Biokraftstoff-Vorschriften verlängerte, was den Sojaölpreis in den USA sinken ließ und damit auch Auswirkungen auf europäische Märkte hatte.

Auch der kanadische Rapsmarkt spürte den Druck: Der Canolapreis verzeichnete ebenfalls Verluste. Hier wirkten sich neben den sinkenden Pflanzenölpreisen auch handelspolitische Spannungen mit den USA negativ aus.

Regenfälle und Erntebeginn beeinflussen Preisentwicklung

In Europa trugen nach monatelanger Trockenheit einsetzende Regenfälle zur Entspannung bei und verbesserten die Bedingungen für die Aussaat und Bestandsentwicklung der Saison 2027. Gleichzeitig setzte der Beginn der Raps-Ernte in Kanada die Preise zusätzlich unter Druck. Experten beobachten zudem aufmerksam den Wechselkurs zwischen dem kanadischen Dollar und dem US-Dollar, da letzterer aktuell im Wert steigt – ein Effekt der bestehenden handelspolitischen Spannungen.

Laut der „Pro Farmer Crop Tour“ sind auch beim Soja hohe Erträge zu erwarten: Die geschätzten Erträge liegen bei 53,3 Bushel pro Acre und übertreffen damit frühere USDA-Prognosen. Der November-Kontrakt fiel auf 1220 US-Cent pro Bushel und konnte sich vorbörslich stabil zeigen.

Kurzfristige Erholungstendenzen

Trotz des jüngsten Preisverfalls gibt es Anzeichen einer leichten Erholung: Die Canolapreise konnten am Dienstag im vorbörslichen Handel um etwa 6 CAD auf 776 CAD je Tonne zulegen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die globalen Marktbedingungen weiterentwickeln werden.