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CNH drosselt Produktion: Gewinn fällt um 35 Prozent

Der schwache Landtechnikmarkt belastet CNH weiterhin deutlich. Der Mutterkonzern von Case IH, New Holland und Steyr verdiente im zweiten Quartal 2026 netto 141 Millionen US-Dollar. Das waren 35 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig hält das Unternehmen seine Produktion bewusst niedrig und arbeitet weiter am Abbau der Händlerbestände.

New Holland T7.300
New Holland T7.300 ©New Holland

Trotz des Gewinnrückgangs stieg der Konzernumsatz um 2 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Das zeigt, dass nicht allein die Absatzentwicklung für die schwächere Profitabilität verantwortlich ist. Höhere Kosten, Zölle und eine ungünstige Zusammensetzung der verkauften Maschinen drücken zusätzlich auf die Margen.

Landtechnikgeschäft verliert deutlich an Ertragskraft

Besonders sichtbar wird der Druck im Agrargeschäft. CNH erzielte dort im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,277 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem leichten Plus von 1 Prozent.

Der bereinigte operative Gewinn des Agrarsegments sank dagegen von 263 auf 170 Millionen Dollar. Das entspricht einem Rückgang um rund 35 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge fiel gleichzeitig von 8,1 auf 5,2 Prozent.

Für die gesamten Industrieaktivitäten des Konzerns verringerte sich das bereinigte EBIT um 25 Prozent auf 167 Millionen Dollar. Im zweiten Quartal 2025 waren noch 224 Millionen Dollar erreicht worden.

CNH führt die schwächere Entwicklung unter anderem auf geringere Stückzahlen in Südamerika, einen ungünstigeren Produktmix in Nordamerika und der Region Europa, Naher Osten und Afrika sowie auf höhere Zollbelastungen zurück. Hinzu kommen steigende Personal-, Verwaltungs- und Entwicklungskosten.

Landwirte halten sich bei größeren Investitionen zurück

Hinter der Entwicklung steht eine weiterhin schwache Nachfrage nach neuer Landtechnik. CNH-Chef Gerrit Marx sieht die Branche nach wie vor am unteren Punkt des aktuellen Agrartechnikzyklus. Niedrige Preise für Agrarrohstoffe, hohe Betriebsmittelkosten und Unsicherheit im internationalen Handel begrenzen demnach die Investitionsbereitschaft vieler Landwirte.

In Nordamerika sank die Marktnachfrage nach Traktoren unter 140 PS im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Bei Maschinen über 140 PS betrug der Rückgang 17 Prozent. Der Absatz von Mähdreschern ging um 7 Prozent zurück.

Auch der europäische Markt blieb schwach. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika verringerte sich die Nachfrage nach Traktoren um 11 Prozent. Bei Mähdreschern lag das Minus dagegen bei lediglich 1 Prozent.

Noch deutlicher war die Entwicklung in Südamerika. Dort sank die Nachfrage nach Traktoren um 8 Prozent und nach Mähdreschern sogar um 29 Prozent. Eine Ausnahme bildete der asiatisch-pazifische Raum: Die Nachfrage nach Traktoren legte dort um 15 Prozent zu, während der Mähdreschermarkt um 48 Prozent schrumpfte.

CNH hält Produktion niedrig und reduziert Lagerbestände

CNH reagiert auf die Marktschwäche mit einer zurückhaltenden Produktionsplanung. Im zweiten Quartal lagen die Produktionsstunden im Agrarbereich rund 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig arbeitet der Konzern mit seinem Händlernetz daran, die Lagerbestände an neuen Maschinen weiter zu normalisieren.

Damit soll verhindert werden, dass ein Überangebot zusätzlichen Preisdruck auf den Markt ausübt. Gerade hohe Händlerbestände hatten die Landtechnikhersteller in den vergangenen Jahren belastet. Eine bessere Balance zwischen neuen und gebrauchten Maschinen sieht CNH inzwischen als eines der ersten positiven Signale für einen späteren Marktaufschwung.

Parallel verfolgt der Konzern weitere Kostensenkungen und eine stärkere Bündelung seines Händlernetzes. Auch Einkauf, Produktionsabläufe und Qualitätssicherung sollen effizienter werden. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Anpassung an die derzeit schwache Nachfrage.

Investitionen in Technik werden trotz Sparkurs fortgesetzt

Beim technologischen Ausbau will CNH dagegen nicht grundsätzlich sparen. Der Konzern investiert weiterhin in Forschung, Automatisierung und digitale Landtechnik. Dazu gehören unter anderem neue automatisierte Logistiklösungen und virtuelle Simulationstechnologien am Standort Modena.

Auch Precision Farming bleibt ein wichtiger Entwicklungsbereich. CNH setzt darauf, dass alternde Maschinenflotten und der zunehmende Bedarf an Automatisierung die Nachfrage nach moderner Landtechnik mittelfristig wieder beleben.

Darüber hinaus prüft der Konzern neue Geschäftsfelder. Aufmerksamkeit erhielt zuletzt eine Zusammenarbeit der Marke Steyr mit Mehler Protection zur Entwicklung des Konzepts eines leicht gepanzerten Traktors. Nach Angaben aus dem Unternehmen wird auch geprüft, ob sich daraus langfristig Geschäftsmöglichkeiten im verteidigungsnahen Bereich ergeben könnten.

CNH hebt Jahresprognose leicht an

Trotz des schwachen zweiten Quartals beurteilt CNH den weiteren Jahresverlauf etwas günstiger. Der Konzern erwartet für 2026 inzwischen, beim Agrargeschäft das obere Ende der bisherigen Prognosespanne zu erreichen.

Für das Gesamtjahr rechnet CNH mit weitgehend stabilen Umsätzen im Landwirtschaftssegment. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen 5,0 und 5,5 Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 4,5 bis 5,5 Prozent genannt.

Eine schnelle Erholung des Landtechnikmarktes erwartet CNH dennoch nicht. Normalisierte Händlerbestände, ältere Maschinenflotten und ein ausgeglicheneres Preisverhältnis zwischen Neu- und Gebrauchtmaschinen liefern zwar erste positive Signale. Für eine tatsächliche Trendwende bei den Maschinenverkäufen müssen sich jedoch vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen in den landwirtschaftlichen Betrieben verbessern.