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Dürre drückt EU-Rapsernte trotz größerer Anbaufläche

Die Rapsernte in der EU dürfte 2026 kleiner ausfallen als zunächst erwartet. Trotz einer Ausweitung der Anbaufläche auf 6,37 Millionen Hektar rechnen die Analysten von Oil World nur noch mit einer Produktion von 19,85 Millionen Tonnen. Hauptgrund sind deutliche Ertragseinbußen infolge der anhaltenden Trockenheit in mehreren wichtigen Anbauregionen.

Im vergangenen Jahr wurden in der EU noch 20,51 Millionen Tonnen Raps geerntet. Die durchschnittliche Flächenleistung soll nun von 3,35 t/ha im Jahr 2025 auf 3,12 t/ha zurückgehen. Die um 240.000 Hektar größere Anbaufläche kann die niedrigeren Hektarerträge damit nicht ausgleichen.

Deutschland erwartet niedrigere Rapserträge

Besonders schwach entwickeln sich die Erträge in Deutschland. Nach Einschätzung von Oil World könnte die deutsche Rapsernte 2026 auf 3,8 Millionen Tonnen oder weniger sinken. Im Vorjahr waren es noch 3,98 Millionen Tonnen.

Auch aus Tschechien kommen schwächere Erntedaten. Dort nähert sich die Ernte ihrem Abschluss, die bislang ermittelten Hektarerträge liegen jedoch 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt könnte die tschechische Rapsproduktion gegenüber 2025 um 19 Prozent zurückgehen. Neben den geringeren Erträgen wirkt sich auch eine um acht bis neun Prozent reduzierte Anbaufläche aus.

Deutliche Ertragseinbußen werden zudem aus Schweden gemeldet. Die dortige Rapsproduktion wird für das laufende Jahr nur noch auf rund 390.000 Tonnen geschätzt.

Frankreich erwartet dagegen größere Ernte

Nicht in allen wichtigen Anbauländern fällt die Bilanz negativ aus. Frankreich rechnet mit einer besseren Rapsproduktion als im vergangenen Jahr. Erwartet werden rund 1,42 Millionen Tonnen, nach 1,27 Millionen Tonnen im Jahr 2025.

Damit kann die Entwicklung in Frankreich die Verluste in anderen Teilen Europas zumindest teilweise abfedern. Für den gesamten EU-Markt reicht dies jedoch nicht aus, um den Rückgang der durchschnittlichen Rapserträge auszugleichen.

Rapspreise reagieren auf knappere Versorgung

Die schwächeren Ernteaussichten haben bereits Auswirkungen auf den Markt. Zu Beginn der Woche zogen die Rapspreise in der EU an. Neben den niedrigen europäischen Erträgen wirken dabei weitere Faktoren preisstützend.

Dazu gehören die weiterhin unsicheren Aussichten für ukrainische Rapsexporte sowie höhere Preise für kanadische Canola. Die Kombination aus kleinerer EU-Ernte und Unsicherheiten bei wichtigen internationalen Lieferanten erhöht damit den Druck auf die europäische Versorgung.