Die extremen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen haben die Kartoffelkulturen in Deutschland stark beeinträchtigt. Laut der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA) sind Ertrags- und Qualitätseinbußen infolge der Hitze zu erwarten.
Hitzewellen setzen Landwirten zu
Die anhaltenden hohen Temperaturen, gepaart mit intensiver Sonneneinstrahlung seit Mitte Juni, haben die Kartoffelbestände erheblich geschädigt. In einigen Regionen wurden Temperaturen von über 50 Grad Celsius gemessen. Diese Bedingungen führten dazu, dass die Pflanzenstängel beschädigt wurden und sich die Temperatur im Boden stark erhöhte, was den Wachstumsprozess der Kartoffeln negativ beeinflusste.
Olaf Feuerborn, Vorsitzender von Unika, betont, dass selbst erfahrene Landwirte, die an Wetterextreme gewöhnt sind, mit diesen wiederholten Hitzewellen Neuland betreten. Die Auswirkungen auf die Pflanzen variieren je nach Sorte, Bewässerungsmöglichkeiten und Pflanzzeitpunkt.
Süden Deutschlands besonders betroffen
Laut Prognosen wird erwartet, dass insbesondere die südlichen und südwestlichen Regionen Deutschlands stärker unter den Folgen der extremen Hitze leiden als der Norden. Ob zukünftige Wetteränderungen oder Niederschläge positive Effekte auf die Ernte haben werden, bleibt derzeit unklar. Europaweit sind ähnliche Schwierigkeiten zu beobachten, sodass keine Überproduktion zu erwarten ist. Die Hoffnung liegt auf verbesserten Vermarktungschancen für die verbleibende Ernte.
Zunahme bakterieller Erkrankungen
Ein weiteres Problem für die Landwirte stellt die Schilf-Glasflügelzikade dar, ein Überträger bakterieller Krankheiten bei Kartoffeln. Die verlängerte Flugphase dieser Insektenart in diesem Jahr könnte durch die Wetterbedingungen begünstigt worden sein. Besonders im Süden Deutschlands wurde ein früherer Zuflug beobachtet. Dies verdeutlicht den anhaltenden Handlungsbedarf von Branche und Behörden zur Bekämpfung dieses Schädlings.
Anbaufläche reduziert sich um 11 Prozent
In Bezug auf zukünftige Anbauflächen prognostiziert das Statistische Bundesamt für das Jahr 2026 eine Verringerung der Kartoffelanbaufläche auf etwa 268.000 Hektar, was einem Rückgang um etwa 11 Prozent im Vergleich zu einem Rekordjahr entspricht. Olaf Feuerborn sieht hierin eine Chance für eine stabilere Vermarktung mit besseren Preisen.
