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Kartoffelanbau in Deutschland schrumpft um über 11 Prozent

Die jüngsten Erhebungen der amtlichen Statistik offenbaren einen unerwartet starken Rückgang im Kartoffelanbau in Deutschland. Die Anbaufläche für Kartoffeln ist um über 11 % geschrumpft, was mehr als ursprünglich prognostiziert ist. Diese Zahlen stammen aus der kürzlich veröffentlichten vorläufigen Bodennutzungshaupterhebung.

Laut dieser Erhebung beläuft sich die verbleibende Kartoffelanbaufläche auf nur noch 268.000 Hektar im Vergleich zu den vorherigen 301.800 Hektar. Ursprünglich waren im Juni noch 280.000 Hektar angenommen worden, was die überraschend starke Reduzierung unterstreicht.

Deutliche regionale Unterschiede

In den meisten bedeutenden Anbauregionen Deutschlands sind zweistellige Rückgänge des Kartoffelanbaus zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildet Mecklenburg-Vorpommern, wo der Rückgang etwas moderater ausfiel. Dies könnte an den unterschiedlichen Schwerpunkten der Bundesländer liegen, wie etwa dem verstärkten Anbau von Pflanz- und Stärkekartoffeln im Nordosten, deren Flächen teilweise sogar zugenommen haben.

Baden-Württemberg zeigt ebenfalls einen geringeren Flächenrückgang, bedingt durch den Anbau von Speisefrühkartoffeln. Im Gegensatz dazu verzeichnet Rheinland-Pfalz einen erheblichen Rückgang, da der Anbau früher Verarbeitungsrohstoffe nahezu vollständig wegfiel und dadurch auch die Entwicklung bei Speisefrühkartoffeln negativ beeinflusste. Insgesamt gibt es diese Saison besonders weniger Pommes-frites-Kartoffeln und einen leichten Rückgang bei Speisekartoffeln.

Kartoffelanbau verlagert sich nach Norden

Langfristig betrachtet verschiebt sich der Kartoffelanbau zunehmend in nördliche Regionen Deutschlands. Niedersachsen beispielsweise weist mit 125.700 ha eine größere Kartoffelanbaufläche auf als je zuvor vor 2024, und Schleswig-Holstein hat ebenfalls eine Zunahme zu verzeichnen.

Nichtsdestotrotz behauptet Nordrhein-Westfalen mit dem beregneten Niederrhein weiterhin eine stabile Fläche in diesem Bereich. Im Gegensatz dazu hat Bayern seit Jahren nicht so wenig Kartoffeln angebaut wie derzeit, und auch Sachsen-Anhalt verzeichnete über viele Jahre hinweg größere Anbauflächen als im Jahr 2026.

Diese Verschiebungen und Reduzierungen im Kartoffelanbau könnten in Zukunft Auswirkungen auf die Erträge haben, insbesondere angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden infolge des Klimawandels.