Anzeige
 

Krieg treibt Weizen- und Maispreise in die Höhe, Raps stabil

Die Preise für Weizen erleben aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine einen deutlichen Anstieg. Dies resultiert in erster Linie aus möglichen langfristigen Störungen der Handelsströme aus den beiden Ländern. Parallel dazu verzeichnen auch die Maispreise signifikante Zuwächse, während Raps trotz steigender Öl- und Sojapreise relativ stabil bleibt. Am Nachmittag verzeichnete der September-Euronext-Weizenkontrakt einen Anstieg um 8,25 Euro pro Tonne und lag bei 243 Euro pro Tonne.

Einfluss geopolitischer Konflikte auf Getreidemärkte

Nach einer stabilen Phase am Dienstag zogen die Weizenpreise am Mittwoch an der Euronext kräftig an. Der eskalierende Konflikt im Schwarzmeerraum sowie signifikante Exportstörungen aus Russland und der Ukraine führen zu einem raschen Preisanstieg auf den internationalen Getreidemärkten. Laut russischen Analysten von SovEcon wurde die Prognose für russische Exporte im Juli auf 1,5 Millionen Tonnen gesenkt, was einem Rückgang von fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr entspricht, bedingt durch ukrainische Drohnenangriffe.

Zudem hat SovEcon seine Schätzung für die russische Ernte um 600.000 Tonnen auf insgesamt 88,3 Millionen Tonnen reduziert. Gleichzeitig steigen die Maispreise weiter, angetrieben durch den Konflikt in der Region sowie steigende Rohölpreise, die durch Auseinandersetzungen mit dem Iran und Störungen in der Straße von Hormus beeinflusst werden.

Starke Preisbewegungen auch in den USA

In den USA erreichten Weizen-Futures Ende Juli rund 680 US-Cent pro Bushel, das höchste Niveau seit Mai 2024. Die wachsenden Spannungen im Schwarzmeerraum und schlechte Ernteprognosen verstärken Sorgen über die Versorgungslage. Russland hat bestimmte Häfen im Asowschen Meer eingeschränkt und setzt Angriffe auf ukrainische Infrastruktur fort, während die Ukraine Lagerhäuser angreift.

SovEcon senkte zudem seine Prognose für die russische Weizenernte 2026/27 um 0,7 %, aufgrund niedrigerer Erträge und reduzierter Anbauflächen für Sommerweizen. In Frankreich wird erwartet, dass die Weichweizenproduktion um 7,6 % zurückgeht infolge von Hitzeschäden.

Rapsmarkt bleibt stabil trotz externer Einflüsse

Am europäischen Terminmarkt bewegten sich die Rapsnotierungen leicht nach unten bzw. oben, mit leichten Schwankungen um 3 Euro je Tonne für August- und Novembertermine. Trotz eines starken Anstiegs der Rohöl- und Canola-Preise zeigen sich Rapsnotierungen an der Euronext stabil bis fest.

Der Preis für Brent-Rohöl nähert sich erneut der Marke von 95 US-Dollar pro Barrel, beeinflusst durch den eskalierenden Konflikt mit dem Iran und Unterbrechungen in der Straße von Hormus. Dies trägt zur Stärkung des Biokraftstoffsektors in Europa bei.