Die Europäische Union hat ehrgeizige Ziele für die Selbstversorgung mit Proteinen: Bis 2035 soll der Anteil auf 35% steigen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Anbau von Ölsaaten und Eiweißpflanzen sowie strategische Partnerschaften mit Ländern wie der Ukraine und den Mercosur-Staaten.
Steigerung des Proteinanteils in der EU
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Bauern innerhalb der EU verstärkt auf den Anbau von Erbsen, Soja und Raps setzen. Laut einem kürzlich vorgestellten EU-Proteinplan strebt die Kommission an, den Selbstversorgungsgrad bei Futterproteinen von derzeit 25% bis 2025 um zehn Prozentpunkte zu erhöhen. Diese Pläne sind jedoch eher als Orientierung gedacht, da die Umsetzung viele Herausforderungen mit sich bringt.
Strategische Partnerschaften als Schlüssel
Neben der Erhöhung der Eigenproduktion setzt die EU-Kommission verstärkt auf internationale Kooperationen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ukraine, die in den letzten Jahren ihre Produktion von pflanzlichem Futterprotein erheblich gesteigert hat. Die geografische Nähe und die bestehende Partnerschaft machen das Land zu einem wertvollen Partner. Ein möglicher EU-Beitritt könnte zudem die Versorgungssicherheit signifikant verbessern.
Einsatz von GAP-Geldern zur Förderung
Zur Schließung der Proteinlücke sollen Mitgliedstaaten nach 2027 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Anreize bieten. Diese könnten in Form produktionsgekoppelter Beihilfen gestaltet sein, um den Anbau von Pflanzen wie Leguminosen, Raps und Sonnenblumen auszudehnen.
Reduzierung der Importabhängigkeit
Angesichts geopolitischer Spannungen und Marktverwerfungen betont die Kommission die Notwendigkeit einer geringeren Abhängigkeit von Importen. Der neue Proteinplan soll zur strategischen Autonomie beitragen, auch wenn offiziell keine konkreten Partner genannt werden. Dennoch sehen Insider insbesondere in den USA einen unzuverlässigen Handelspartner.
Fokus auf junge Landwirte
Ein weiterer Aspekt des Plans zielt darauf ab, junge Landwirte für den Proteinanbau zu gewinnen. Diese Initiative soll auch Teil der im Herbst 2025 erwarteten EU-Junglandwirtestrategie sein und den Weg für innovative Anbaumethoden ebnen.
