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Spanische Getreideernte 2026: Rückgang um 24% erwartet

Der spanische Getreide- und Ölsaatenmarkt steht vor einem herausfordernden Jahr. Die heimische Wintergetreideproduktion, ohne den Reis einzubeziehen, wird den Prognosen der Vereinigung der spanischen Getreide- und Ölsaatenhändler (ACCOE) zufolge auf etwa 16,5 Millionen Tonnen sinken. Dies entspricht einem Rückgang von beinahe 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das mit einer guten Ernte abgeschlossen wurde.

Wetterextreme belasten die Erträge

Spanien, ein bedeutender Nettoimporteur von Getreide in Europa, sieht sich in diesem Jahr mit witterungsbedingten Herausforderungen konfrontiert. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) betont jedoch, dass diese Entwicklung keine direkten Auswirkungen auf die deutsche Getreidewirtschaft haben dürfte. Das liegt an den stabilen internationalen Märkten und der Tatsache, dass Spanien einen erheblichen Teil seines Getreides aus der Ukraine bezieht.

DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler erklärte gegenüber AGRA Europe, dass trotz einer geringeren Erntemenge keine signifikanten Preissteigerungen zu erwarten seien. Eine erhöhte Nachfrage Spaniens nach deutschem Getreide sei derzeit nicht absehbar.

Deutliche Einbußen bei Hauptgetreidearten

Für das Jahr 2026 erwartet ACCOE über alle Getreidearten hinweg Produktionsrückgänge. Besonders betroffen sind die Hauptkulturen: Die Gerstenernte könnte um 24 Prozent auf 7,5 Millionen Tonnen, die des Weichweizens um 20 Prozent auf 6,2 Millionen Tonnen einbrechen. Der Verband führt diese Einbrüche auf stark gesunkene Hektarerträge aufgrund extremer Witterungsbedingungen zurück.

Nicht nur Spanien leidet unter diesen Umständen; auch in Ländern wie Schweden und Polen sowie in der Ukraine wurden ähnliche Wetterphänomene beobachtet. Während es in vielen Regionen Spaniens zu Trockenheit kam, sorgten untypisch hohe Wintertemperaturen für reichlich Niederschlag und damit für einen erhöhten Pilzdruck.

Anbauflächen und Sortimentsänderungen

Trotz dieser Herausforderungen blieb die Gesamtanbaufläche für Getreide zur Ernte 2026 stabil. Auffallend ist jedoch eine Verlagerung innerhalb der Kulturen: Die Gerstenfläche wurde um etwa 15 Prozent reduziert, während Triticale um etwa zehn Prozent mehr angebaut wurde.

Letztlich zeigt sich, dass Spanien weiterhin darauf angewiesen sein wird, einen Großteil seines Bedarfs durch Importe zu decken. Für die europäische Agrarwirtschaft bedeutet dies jedoch keine unmittelbare Bedrohung, da die Marktversorgung aktuell als ausreichend angesehen wird.

  • Märkte: Trotz rückläufiger Ernte keine Preisspitzen erwartet.
  • Klimawandel: Wetterkapriolen führen zu Pilzdruck und Trockenstress.
  • Anbau: Verschiebungen zugunsten von Triticale bei gleichbleibender Gesamtfläche.