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USDA-Prognose: Kleinste US-Weizenernte seit 50 Jahren treibt Preise an

Die weltweiten Weizenvorräte sind unter Druck: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in seinem aktuellen Bericht vom Mai die kleinste US-Weizenernte seit über fünf Jahrzehnten prognostiziert. Diese Ankündigung führte zu einem merklichen Anstieg der Getreidepreise an der Matif, der führenden europäischen Terminbörse für landwirtschaftliche Produkte.

US-Weizenproduktion auf historischem Tiefststand

Laut dem USDA wird die globale Weizenproduktion im Wirtschaftsjahr 2026/27 auf 819 Millionen Tonnen fallen, was einen Rückgang von etwa 25 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders betroffen sind die USA, wo die Ernte um mehr als ein Fünftel auf 42,5 Millionen Tonnen zurückgehen soll. Dies wäre die geringste Produktion seit 1972. Ein Hauptgrund sind reduzierte Anbauflächen und erwartete niedrigere Erträge, insbesondere bei der Sorte „Hard Red Winter“.

Rückgang in anderen großen Exportländern

Nicht nur in den USA, sondern auch in Argentinien und Australien werden geringere Ernten erwartet. Während Argentinien mit einem Rückgang auf 21 Millionen Tonnen rechnet, sinkt die australische Produktion um 6 Millionen auf insgesamt 30 Millionen Tonnen.

EU sieht kleinere Weizenernten und steigende Maisimporte

Für Europa wird eine Weizenernte von 136 Millionen Tonnen angenommen, was einen Rückgang von 9,1 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Trotz dieser Entwicklungen bleibt Russland mit 47 Millionen Tonnen der größte Weizenexporteur weltweit. Die EU-Exporte sollen bei rund 31 Millionen Tonnen liegen. Gleichzeitig muss die EU ihre Maisimporte erhöhen, um den Bedarf zu decken: Laut USDA-Prognosen steigen diese Importe um knapp 20 Millionen Tonnen.

Bedeutung von Ölsaaten für Bioenergie

Die Nachfrage nach Ölsaaten wird durch den wachsenden Bedarf an Biokraftstoffen unterstützt. Der USDA-Bericht hebt hervor, dass der Einsatz von Sojaöl in den USA bis 2026/27 auf 8,07 Millionen Tonnen zunehmen soll. In Europa steigen die Rapssaatflächen leicht an; jedoch werden aufgrund niedriger Durchschnittserträge nur geringe Produktionszuwächse erwartet.

Chinas Rolle auf den Ölsaatenmärkten

China bleibt ein entscheidender Akteur auf dem Weltmarkt für Ölsaaten mit einer prognostizierten Einfuhr von 114 Millionen Tonnen Sojabohnen. Die EU bemüht sich derweil um eine Steigerung ihrer Eigenversorgung mit Eiweißpflanzen und erwartet eine leicht erhöhte Sojaanbaufläche.

Zukunftsausblick und Marktrisiken

Der aktuelle WASDE-Report weist insgesamt auf engere Getreidemärkte hin, was insbesondere beim Weizen die Preise stützen dürfte. Die Kombination aus knappen Beständen und hoher Nachfrage nach Futtergetreide könnte die Märkte volatil halten. Zusätzlich zu diesen strukturellen Herausforderungen könnten Wetterrisiken sowie politische oder logistische Störungen erheblichen Einfluss auf die Marktbewegungen haben.