Die Beantragung von EU-Agrarprämien wird für Landwirte ab 2026 noch komplexer. Neben dem Einreichen des Agrarantrags bis zum 15. Mai müssen in vielen Bundesländern nun auch über das gesamte Jahr hinweg zusätzliche Nachweise über eine Foto-App erbracht werden. Diese Neuerung betrifft insbesondere die Dokumentation von Öko-Regelungen und landwirtschaftlichen Mindesttätigkeiten.
Anforderungen an die Landwirte
Die Nutzung der Foto-Apps wird notwendig, wenn Satellitenbilder bestimmte Kulturen nicht klar erkennen oder wenn Unsicherheiten bezüglich der Erfüllung der Fördervoraussetzungen bestehen. Insbesondere für die Öko-Regelung 5 (ÖR 5) müssen Kennarten per App nachgewiesen werden. Die genauen Anforderungen variieren jedoch je nach Bundesland.
Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern
Die Verpflichtungen zur Nutzung der Foto-Apps sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. In Baden-Württemberg etwa ist die App „profil (bw)“ seit 2024 bei unklaren Ergebnissen aus der Kulturarterkennung verpflichtend, während Bayern schon seit 2023 die „FAL-BY“-App bei Unklarheiten zur Mindesttätigkeit und zur landwirtschaftlichen Nutzung von Grünland vorschreibt.
- Baden-Württemberg: profil (bw) seit 2024
- Bayern: FAL-BY seit 2023
- Niedersachsen: FANi seit 2021
- Sachsen-Anhalt: LaFISGeo-Foto-App seit 2023
Vorsichtsmaßnahmen für Landwirte
Landwirte sollten bedenken, dass alle Änderungen im Flächenüberwachungssystem bis zum 30. September des Antragsjahres möglich sind. Beispielsweise kann eine Fläche, die für die Öko-Regelung 5 beantragt wurde, problemlos zurückgezogen werden, falls nicht genügend Kennarten nachgewiesen werden können. Es empfiehlt sich zudem, vorsorglich Fotos von Brachen und extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen zu speichern, um auf spätere Prüfaufträge vorbereitet zu sein.
Wichtige Hinweise zur App-Nutzung
Es ist entscheidend, regelmäßig die App-Version zu überprüfen und mit der aktuellsten Version zu arbeiten, da die Fristen zur Bearbeitung von Fotoaufträgen kurz sind. Bei Nichterfüllung dieser Anforderungen droht der Verlust von Fördermitteln, da die Behörden dies als Nichterfüllung der Fördervoraussetzungen werten könnten. Die meisten Apps bieten Zusatzfunktionen wie Pflanzenbestimmung oder Offline-Karten.
