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Junglandwirte in der EU: Zahl sinkt seit 2016 drastisch um 140.000

Die Zahl der jungen Landwirte in der Europäischen Union hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang erfahren. Zwischen 2016 und 2023 sank die Anzahl von etwa 1,1 Millionen auf rund 960.000, was einem Verlust von ungefähr 140.000 Junglandwirten entspricht. Aktuell sind nur noch 11 Prozent der europäischen Landwirte unter 40 Jahre alt.

Regionale Unterschiede bei Junglandwirten

Der Anteil junger Landwirte variiert stark innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten. Während in Deutschland etwa 16 Prozent der Landwirte jünger als 40 Jahre sind, erreicht Österreich mit 25 Prozent den höchsten Anteil an Junglandwirten. Im Gegensatz dazu liegen Länder wie Dänemark, Irland und Griechenland deutlich unter dem Durchschnitt.

Fördermaßnahmen für Junglandwirte

Laut einer vom Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in Auftrag gegebenen Studie setzen viele EU-Staaten auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zur Unterstützung junger Landwirte. Diese umfasst unter anderem Einkommensstützungen und Gründungsbeihilfen. Ergänzend dazu gibt es nationale Maßnahmen wie Steuererleichterungen oder spezielle erbrechtliche Regelungen.

Anpassung und Kritik an Förderstrategien

Trotz bestehender Unterstützungssysteme sehen Experten Handlungsbedarf bei der Vereinfachung von Antragsverfahren und dem Abbau von Hemmnissen, die ältere Landwirte von einer Hofabgabe abhalten. Die Autoren der Studie betonen die Notwendigkeit eines Maßnahmenmixes auf EU- und nationaler Ebene, um spezifische Bedürfnisse zu adressieren.

Forderungen nach Erhöhung der Junglandwirteprämie

Der Bund der deutschen Landjugend fordert im Rahmen aktueller EU-Haushaltsverhandlungen eine zweckgebundene Budgetierung zur Nachwuchsförderung in der Landwirtschaft. Eine Verdoppelung der Junglandwirteprämie auf sechs Prozent sowie eine Niederlassungsbeihilfe werden als notwendig erachtet, um die Attraktivität des Berufs zu steigern.

Zentral sei hierbei auch die Berücksichtigung familiärer Hofübergaben, die in Deutschland weiterhin den häufigsten Weg zur Hofnachfolge darstellen.