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Landwirtschaftliche Löhne steigen: 9,9% Erhöhung bis 2028 vereinbart

Die jüngsten Tarifverhandlungen im deutschen Agrarsektor haben zu einer Einigung geführt, die eine deutliche Lohnerhöhung für die Beschäftigten in Aussicht stellt. Der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben sich auf eine Empfehlung geeinigt, welche eine Erhöhung um insgesamt 9,9 Prozent vorsieht. Diese Empfehlung betrifft etwa 500.000 Angestellte in der Branche.

Stufenweise Anhebung der Gehälter

Die geplante Gehaltserhöhung erfolgt nicht auf einmal, sondern in drei Schritten: Jeweils 3,3 Prozent mehr sollen die Beschäftigten ab Mai 2026, Januar 2027 und Januar 2028 erhalten. Außerdem ist im Juli 2026 eine einmalige Zahlung von 300 Euro vorgesehen. Diese Regelung wird rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis zum 30. September 2028 gelten. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Empfehlung, die als Grundlage für regionale Tarifverhandlungen genutzt werden kann.

Löhne als Anreiz für Nachwuchs

Angesichts steigender Lebenshaltungskosten kommt diese Lohnerhöhung zur rechten Zeit und bietet den Beschäftigten mehr finanzielle Sicherheit. Besonders Fachkräfte könnten von diesen Anpassungen profitieren, was die Attraktivität der Landwirtschaft als Berufsfeld erhöhen soll. Für ungelernte Arbeitskräfte bleibt der Stundenlohn zunächst auf Mindestlohnniveau, bevor er nach vier Monaten leicht angehoben wird.

Kostendruck auf landwirtschaftliche Betriebe

Trotz dieser positiven Entwicklungen bringt der Tarifabschluss auch Herausforderungen mit sich. Vor allem Betriebe im arbeitsintensiven Obst-, Gemüse- oder Weinbau und in der Tierhaltung könnten finanziell belastet werden. Die Arbeitgeberseite betont jedoch die Notwendigkeit dieser Anpassungen, um qualifizierte Arbeitskräfte nicht zu verlieren und die Branche zukunftssicher zu gestalten.

Kompromiss für langfristige Stabilität

Hans-Benno Wichert, Präsident des GLFA, erklärte, dass trotz schwieriger Bedingungen eine Lohnanpassung notwendig sei, da sie sowohl das Engagement der Mitarbeiter anerkenne als auch deren steigende Lebenshaltungskosten berücksichtige. Der gefundene Kompromiss biete den Betrieben Planungssicherheit bis Herbst 2028.

  • Lohnerhöhung: Insgesamt 9,9 Prozent in drei Schritten
  • Einmalzahlung: 300 Euro im Juli 2026
  • Laufzeit: Rückwirkend ab Januar 2026 bis September 2028
  • Zielgruppe: Rund 500.000 Beschäftigte im Agrarsektor

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