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Holzpreise explodieren trotz schwacher Wirtschaft: Knappheit treibt an

Der Holzmarkt steht vor einer paradoxen Situation: Trotz schwächelnder Konjunktur und fehlender Impulse auf den internationalen Märkten verzeichnen die Preise für Nadelholz in Deutschland Höchststände. Ausschlaggebend ist dabei nicht eine steigende Nachfrage, sondern ein stark verringertes Angebot.

Regionale Unterschiede bei den Holzpreisen

Im Frühjahr 2026 variieren die Preise für Fichte (BC 2b+) zwischen 125 und über 145 Euro pro Festmeter (€/Fm), abhängig von der Region. In Nordrhein-Westfalen droht der Preis bald die Marke von 150 €/Fm zu überschreiten, während im nördlichen Teil Deutschlands diese Preishöhe oft nicht erreicht wird. Auch Kiefer verzeichnet Preisanstiege und durchbricht vielerorts die Schwelle von 100 €/Fm. Diese Entwicklungen sind besonders bemerkenswert, da sowohl inländische als auch internationale Märkte kaum Wachstumsanreize bieten. Die Bauwirtschaft stagniert, ebenso wie bedeutende Exportmärkte wie Nordamerika und China.

Ursachen für das knappe Holzangebot

Die Ursachen für das geringe Holzangebot liegen unter anderem im Ausbleiben des Borkenkäfers im Jahr 2025. Aus Vorsicht wurde weniger Holz geschlagen, da unklar war, ob der Schädling doch noch auftreten würde. Zudem konnten bestehende Verträge wegen der geringen Holzmengen nicht erfüllt werden. Diese Altverträge werden zu niedrigeren Preisen abgewickelt als neue Abschlüsse. Steuerliche Überlegungen tragen ebenfalls dazu bei, dass Waldbesitzer ihre Einschlagaktivitäten zurückhalten.

Sägewerke kämpfen mit Materialknappheit

Die angespannte Versorgungslage setzt Sägewerke unter Druck. Bundesweit machen sie auf den Mangel an Rundholz aufmerksam und greifen vermehrt auf Kiefer zurück, um das fehlende Fichtenholz zu kompensieren. Branchenvertreter warnen vor möglichen Produktionsstopps, sollte sich die Situation nicht entspannen. Besonders betroffen ist das Nadelindustrieholz, das die stärksten Preiszuwächse verzeichnet hat.

Bauwirtschaft als Schlüsselmarkt

Trotz der Herausforderungen bleibt die Bauwirtschaft der wichtigste Absatzsektor für die Holzbranche. Die Zahl der Baugenehmigungen steigt zwar leicht an, liegt aber weiterhin unter früheren Werten. Eine Trendwende ist bislang nicht absehbar. Auch international bleibt die Lage angespannt: Hohe Rohstoffkosten und eine schwache Nachfrage belasten die Märkte weiterhin.

Unterschiedliche Trends bei Laub- und Nadelholz

Während Nadelholz von der Knappheit profitiert, gestaltet sich die Situation im Laubholzbereich schwieriger. Besonders Buche hat mit schwacher Nachfrage zu kämpfen; hochwertige Sortimente finden noch Käufer, minderwertige jedoch kaum. Ein Grund hierfür ist eine Klage gegen das Begasungsmittel Profume, was Verunsicherung im Export auslöst und alternative Methoden erforderlich macht.

Eiche zeigt sich stabiler am Markt, jedoch besteht Nervosität aufgrund des Eichenkernkäfers, insbesondere in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind größere Befallsherde bekannt.

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