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EU-Milchmarkt: Hansen zögert, Ungarn fordert Lagerbeihilfen

Der europäische Milchmarkt steht unter Druck. Preiseinbrüche bei den Erzeugerpreisen veranlassen die EU-Mitgliedstaaten zu Forderungen nach einem Eingreifen der Europäischen Kommission. Laut Angaben des ungarischen Landwirtschaftsministers István Nagy ist der Auszahlungspreis für Milch in Ungarn in nur einem Jahr von 53 Cent auf 20 Cent pro Kilogramm gesunken.

EU-Agrarkommissar Hansen zögert

Trotz dieser Entwicklungen zeigt sich EU-Agrarkommissar Christophe Hansen zurückhaltend in Bezug auf ein Marktintervention. Beim jüngsten Treffen der EU-Agrarminister drängten sowohl Italien als auch Ungarn auf ein schnelles Handeln seitens Brüssel. Ungarns Vorschlag beinhaltet Beihilfen für die Private Lagerhaltung (PLH) von Käse und Butter, was von mehreren osteuropäischen Ländern unterstützt wird.

Italien hingegen schlägt vor, die Milcherzeugung freiwillig zu reduzieren und fordert zudem EU-Hilfsgelder, um den Kauf von regionalen Qualitätskäse durch einkommensschwache Bevölkerungsschichten zu fördern.

Zurückhaltung aus Deutschland

Der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer äußerte sich nicht direkt zu den Forderungen seiner europäischen Amtskollegen. Er betonte jedoch, dass Auszahlungspreise unter 40 Cent pro Kilogramm für viele deutsche Milcherzeuger wirtschaftlich nicht tragbar seien. Er versprach, angemessene Vorschläge aus Brüssel genau zu prüfen.

Forderungen nach klarer Positionierung

In anderen Teilen Europas fordern Länder wie Polen, Griechenland und Portugal die Kommission dazu auf, unverzüglich Hilfsmaßnahmen zu erarbeiten. Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard erwartet zudem ein entschlossenes Auftreten gegenüber chinesischen Zöllen auf EU-Milchprodukte. Bulgarien fordert einen umfassenden Plan von Kommissar Hansen zur Stabilisierung des Milchmarktes.

Münchner Demonstrationen

Auch in Deutschland machen die Milchbauern auf ihre schwierige Lage aufmerksam. Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) und die Freien Bauern organisierten eine Demonstration in München, um auf die Marktverwerfungen hinzuweisen. Sie fordern unter anderem verbindliche Lieferverträge und ziehen einen freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung in Betracht.

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