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Agribusiness 2025: Wachstum trotz Herausforderungen, Landtechnik schwächelt

Das Agribusiness in Deutschland verzeichnete im Jahr 2025 einen signifikanten Umsatzanstieg. Der Sektor erzielte insgesamt 299 Milliarden Euro, was einem Wachstum von etwa 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung wird jedoch nicht in allen Branchenbereichen gleichermaßen sichtbar, insbesondere die Landtechnik leidet weiterhin unter einem Umsatzeinbruch.

Wachstum und Herausforderungen im Agribusiness

Laut dem aktuellen Konjunkturbarometer für das Agribusiness 2026, das von EY sowie den Universitäten Göttingen und Gießen erstellt wurde, hat sich der Umsatz nach einem Rückgang im Jahr 2024 erholt. Dennoch ist dieses Wachstum hauptsächlich auf Preissteigerungen zurückzuführen, während die Lebensmittelproduktion sich in einem Transformationsprozess befindet. Im verarbeitenden Gewerbe ist das Agribusiness nach der Automobilindustrie der zweitstärkste Sektor, wobei die Ernährungsindustrie mit 240 Milliarden Euro am stärksten beiträgt.

Erntebedingungen und Exportchancen

Die Ernte des Jahres 2025 war trotz extremer Wetterbedingungen hinsichtlich Menge und Qualität zufriedenstellend. Dies trug zu einem Umsatzplus in der Ernährungsindustrie bei, die allein durch Exporte 58 Milliarden Euro erwirtschaftete. Dies sind vier Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die Herausforderungen bestanden aus trockenen Frühjahrsmonaten sowie heißem und regnerischem Sommerwetter, was jedoch regional unterschiedliche Auswirkungen hatte.

Kostendruck und Konsumverhalten

Trotz moderater Preissteigerungen bleiben die Kosten für frische Lebensmittel hoch, was zu einer gedämpften Verbraucherstimmung führt. Die Anzahl der Betriebe blieb nahezu stabil bei 6.037 Betrieben, während die Beschäftigungszahlen weiter anstiegen und die fünfte Wachstumsphase in Folge verzeichneten.

Anhaltende Probleme in der Landtechnik

Die Landtechnik kämpft weiterhin gegen eine Absatzkrise und eine drohende Innovationslücke. Der Umsatz lag Ende 2025 bei 10,9 Milliarden Euro, was sowohl beim Export als auch im Inland ein Rückgang um 100 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Trotz globaler Nachfrageprobleme bieten Schwellenländer und Wachstumsregionen wie Asien weiterhin Chancen für deutsche Anbieter.

Nordamerika als herausfordernder Markt

Spezielle Zölle auf Produkte sowie auf Stahl belasten den nordamerikanischen Markt erheblich. Dies wirkt sich negativ auf Investitionen aus, die nur leicht ansteigen dürften angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten. Zudem sank die Zahl der Beschäftigten in der Landtechnikbranche erneut.

Zukunftsaussichten für das Agribusiness

Insgesamt zeigt sich das Konjunkturbarometer optimistisch bezüglich der Widerstandsfähigkeit des Agrarsektors trotz der bestehenden Herausforderungen wie hohen Zinsen und geopolitischen Risiken. Laut Dr. Stefan Seifert von der Universität Göttingen müssen Effizienz, Vernetzung und Transparenz gesteigert werden, um im Jahr 2026 erfolgreich zu sein. Die richtige Nutzung von Daten und Automatisierung könnte helfen, Lieferketten zu stabilisieren und operative Kosten zu senken.

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