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Strafzölle bedrohen deutsche Landwirtschaft

Inmitten der internationalen Handelsstreitigkeiten drohen neue Zölle zwischen den USA und der EU, die auch die deutsche Landwirtschaft erheblich treffen könnten. US-Präsident Donald Trump hat angedroht, zusätzliche Strafzölle von 10 % auf Waren aus Deutschland und fünf weiteren EU-Ländern zu erheben. Grund dafür ist die Unterstützung dieser Länder für Grönland. Die EU zeigt sich entschlossen, diesen Zöllen entgegenzutreten.

EU plant Gegenmaßnahmen

Die Europäische Union hat als erste Reaktion das geplante Zollabkommen mit den USA vorerst gestoppt und plant ein Gegenzollpaket. Diese Maßnahmen könnten sich stark auf deutsche Landwirte auswirken, da Zölle auf wichtige Agrarprodukte wie Mais und Soja im Raum stehen. Der Generalsekretär des Europäischen Futtermittelherstellerverbandes (FEFAC), Alexander Döring, äußerte gegenüber Agra Europe seine Besorgnis über die Auswirkungen steigender Futtermittelpreise, insbesondere bei Mais.

Ausreichende Sojamengen verfügbar

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hingegen sieht bei Soja keine unmittelbare Gefährdung für die Versorgungssicherheit oder signifikante Preisanstiege. Guido Seedler vom DRV verweist auf die Rekordernte Brasiliens im Jahr 2025, die den europäischen Markt ausreichend versorgen könne. Dennoch bleibt abzuwarten, ob China sein Einkaufsverhalten ändert und verstärkt US-amerikanisches Soja nachfragt, was den US-Farmern den Zugang zum zweitgrößten Markt erschweren könnte.

Breites Spektrum an betroffenen Produkten

Neben Soja und Mais umfasst das EU-Gegenpaket auch Zölle auf lebende Zuchttiere sowie verschiedene Fleisch- und Gemüseerzeugnisse aus den USA. Dies könnte sowohl unverarbeitete als auch verarbeitete Produkte betreffen.

Entscheidung über EU-Gegenzölle steht bevor

Bereits am kommenden Donnerstag könnten die Regierungschefs der EU entscheiden, ob sie das Gegenzollpaket nach dem 6. Februar in Kraft setzen. Parallel dazu berät das Europäische Parlament über das weitere Vorgehen im Handelskonflikt mit den USA. Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei (EVP) machte deutlich, dass das Parlament derzeit nicht bereit ist, den im August ausgehandelten Zollvertrag zu ratifizieren.

Der Zollvertrag sah ursprünglich vor, dass ein Großteil der Waren aus der EU zollfrei in die USA exportiert werden könnte. Dies wäre ein bedeutender Schritt für die europäische Landwirtschaft gewesen, doch angesichts der aktuellen Spannungen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

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