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Rinderpreise steigen, Schweinehalter kämpfen mit Preisdruck und ASP

Der Start ins neue Jahr zeigt ein stark kontrastierendes Bild auf den Vieh- und Fleischmärkten. Während die Preise für Rinder auf einem historischen Hoch bleiben, stehen Schweinehalter aufgrund von Preisverfall, gestiegenen Kosten und den Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unter Druck. Diese Diskrepanz stellt Landwirte vor erhebliche Herausforderungen.

Jungbullen und Schlachtkühe: Stabilität trotz Unsicherheit

Zum Jahreswechsel konnten die Jungbullenmäster ein positives Ergebnis verzeichnen. Trotz weniger Schlachttage zum Ende des Jahres blieb ein Angebotsstau aus, was zu einer Erhöhung der Preise um 5 Cent pro kg Schlachtgewicht (SG) durch die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) führte. Die Nachfrage nach Jungbullenfleisch im Januar bleibt jedoch ungewiss, obwohl das begrenzte Angebot eine stabile Preislage erwarten lässt.

Auch bei den Schlachtkühen ist das Angebot überschaubar. In einigen Regionen erschweren gefrorene Zufahrtswege den Transport, was sich positiv auf die Preise auswirken könnte. Allerdings führen sinkende Milchpreise teilweise zu Abstockungen oder gar zur Schließung ostdeutscher Großanlagen, was das Schlachtangebot erhöhen könnte. Besonders Betriebe mit Fremdarbeitskräften stehen unter Druck, da höhere Mindestlöhne zusätzliche Kosten verursachen.

Schweinemast: Ein schwieriger Jahresbeginn

Die Schweinemast erlebt einen schwierigen Start ins Jahr 2023. Anpassungen bei Tönnies und anderen Unternehmen führten zu einem Verlust von etwa 1 Cent pro kg SG. Westfleisch SCE hat ebenfalls den Basispreis gesenkt, während der ITW-Bonus für bestimmte Betriebe um 50 Cent reduziert wurde. Zudem dürften die CO2-Abgabe auf Kraftstoffe und erhöhte Mautgebühren die Transportkosten weiter in die Höhe treiben.

Trotz des Einsatzes von WLV-Präsident Hubertus Beringmeier konnte eine noch drastischere Preissenkung verhindert werden. Die Hoffnung besteht, dass der aktuelle Preis in den kommenden Wochen stabil bleibt. Doch angesichts der fallenden Schweinepreise in Ländern wie Spanien, Belgien und Dänemark könnte sich die Situation in Deutschland weiter verschlechtern.

Afrikanische Schweinepest belastet Markt

Besonders schwerwiegend ist der Einfluss der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die derzeit Katalonien betrifft, eine bedeutende Region für den Drittlandexport von Schweinen. Diese Situation wird auch weiterhin Druck auf die europäischen Märkte ausüben, bis eine Reduzierung der Bestände zu einer Stabilisierung der Erzeugerpreise führt.

Die unklare Lage bei Mastschweinen hat direkte Auswirkungen auf die Ferkelerzeugung. Eine sonst übliche Preiserholung zum Jahreswechsel bleibt aus, und es ist noch unklar, wie stark die Ferkelnotierungen zurückgehen müssen.

Letztlich hätten sich viele Schweinehalter einen besseren Start ins Jahr gewünscht. Die aktuellen Herausforderungen erfordern kreative Lösungen und möglicherweise ein Umdenken in der Branche, um langfristig wieder profitabel arbeiten zu können.

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