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Lysin optimiert Legehennen: Über 100 Wochen Eier ohne Mauser

Mit der fortschreitenden Entwicklung in der Geflügelzucht stehen Landwirte heute vor der Herausforderung, ihre Legehennen über 100 Wochen produktiv zu halten, ohne dass die Tiere in die Mauser gehen. Dies erfordert eine neue Herangehensweise an die Fütterung, insbesondere was den Einsatz von Lysin betrifft.

Moderne genetische Linien von Legehennen, wie sie vom Fachportal WATT Poultry beschrieben werden, ermöglichen es den Hühnern, über einen längeren Zeitraum Eier zu legen und dabei weniger CO₂-Emissionen zu verursachen. Diese Fortschritte versprechen eine verbesserte Rentabilität und Nachhaltigkeit für landwirtschaftliche Betriebe.

Traditionell wurden bei der Zucht von Legehennen genetische Linien bevorzugt, die ihre Höchstleistungen zu Beginn ihrer Legeperiode erreichten und im Alter von 53 bis 77 Wochen mausern. Diese „alten genetischen Linien“ nutzten ein Fütterungsmodell, das die Nährstoffversorgung nach 40 Wochen nicht weiter anpasste. Im Gegensatz dazu erfordern moderne Hühnerlinien eine kontinuierliche Anpassung der Fütterung über diesen Zeitraum hinaus.

Um den Anforderungen der neuen Genetik gerecht zu werden, muss das Futtermanagement angepasst werden. WATT Poultry hebt hervor, dass eine erhöhte Versorgung mit Aminosäuren wie Lysin entscheidend ist. Dieses spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen biologischen Prozessen und trägt zur Qualität der Eier und Gesundheit der Hennen bei.

Die alten Ansätze reduzierten den Lysinspiegel nach 40 Wochen drastisch, was damals als ausreichend für eine Eierproduktion bis zu 80 Wochen angesehen wurde. Heute jedoch müssen Landwirte darauf achten, dass die Lysinzufuhr ihren Höhepunkt erreicht und dann nur moderat angepasst wird.

Für Betriebe bedeutet dies nicht nur eine Erhöhung des Lysinanteils im Futter ab dem ersten Tag, sondern auch eine Anpassung weiterer Nährstoffe entsprechend der veränderten Bedürfnisse älterer Hennen. Dabei sollten neben Lysin auch Kalzium und Spurenelemente berücksichtigt werden.

Die Umstellung auf diese neue Fütterungsstrategie erfordert Zeit und kann je nach regionaler technischer Unterstützung fünf bis zehn Jahre dauern. Trotzdem ist es essenziell für Landwirte, sich von veralteten Konzepten zu lösen und auf neue Entwicklungen einzugehen, um ihre Produktionsziele langfristig erfolgreich zu erreichen.