Die jüngsten Entwicklungen an den Agrarbörsen zeigen deutliche Veränderungen bei den Preisen für Weizen, Ölsaaten und Mais. Der Weizen-Future für Dezember 2026 hat an der Euronext um 3,25 € auf 244,25 €/t nachgegeben, während der gleiche Kontrakt an der CBoT um 17,75 Cent auf 6,87 US-$/bu (circa 226 €/t) fiel. Diese Rückgänge sind vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen. Gleichzeitig verzögern sich in Serbien aufgrund anhaltender Trockenheit die Aussaatarbeiten für Winterweizen erheblich. Die Kosten für die Aussaat in dieser Region könnten um bis zu 25 % steigen. Ägypten hat nach über zweieinhalb Jahren Pause wieder den staatlichen Verkauf von Weizen aufgenommen, um die privaten Mühlen zu entlasten.
Anhaltende Volatilität bei Ölsaaten
An den Märkten für Ölsaaten war ebenfalls eine Abwärtsbewegung zu beobachten: Sojabohnen verloren am CBoT im November-Kontrakt um 5,50 Cent und stehen nun bei 12,97 US-$/bu, was etwa 427 €/t entspricht. Raps verzeichnete an der Euronext einen noch stärkeren Rückgang um 16,75 € auf 506,25 €/t. Innerhalb von zwei Tagen summierten sich die Verluste damit auf über 30 €/t. Die Preisentwicklung im Rapsmarkt wird zunehmend von technischen Faktoren bestimmt, da der November-Kontrakt in etwa drei Wochen ausläuft. Hinzu kommt die Unsicherheit durch ausbleibende Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum, die zuletzt wieder verstärkt zum Tragen kam.
Dämpfende Effekte auf dem Maismarkt
An der Euronext verlor der Mais im November-Kontrakt leicht um 1 €, sodass der Preis auf 276 €/t fiel. Am CBoT ging der Dezember-Kontrakt zuletzt um 6 Cent zurück und liegt nun bei 5,02 US-$/bu, was rund 177 €/t entspricht. Eine wesentliche Rolle spielt hier Chinas Veränderung in der Nachfrage: Der Anteil von Mais in Tierfutter sank laut USDA FAS deutlich von 47 % im Januar auf nur noch 29 % im August. Stattdessen setzen Futtermittelhersteller verstärkt auf alternative Getreidesorten wie Weizen und Gerste sowie Bruchreis.
Dynamik im Milchmarkt: Magermilchpulver als Preistreiber
An der EEX blieb der Oktober-Kontrakt für Butter unverändert bei einem Preis von 4.175 €/t. Im Gegensatz dazu setzte Magermilchpulver seinen Aufwärtstrend fort und schloss bei einem Preis von 3.525 €/t. Diese Entwicklung spiegelte sich auch an der Global Dairy Trade wider, wo der Index um 1,2 % stieg. Magermilchpulver verzeichnete dabei mit einem Anstieg von 4,3 % das stärkste Plus und erreichte ein neues Vierjahreshoch.
