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Schweinepreis fällt auf 1,40 Euro/kg: Existenzkrise für Landwirte droht

Der Schweinepreis in Deutschland ist erneut gefallen, was erhebliche Auswirkungen auf die bereits angespannte Lage vieler Schweinehalter hat. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat ihre Preisempfehlung um 5 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) gesenkt, sodass der aktuelle Preis nun bei 1,40 Euro pro Kilogramm liegt. Dieser Rückgang bringt den Preis auf das niedrigste Niveau seit Februar 2022 zurück.

Herausforderungen für Schweinehalter

Für die Landwirte bedeutet die erneute Senkung der Schweinepreise eine Verschärfung ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das Landvolk Niedersachsen hatte bereits in Kalenderwoche 41 berechnet, dass ein Schweinepreis von 1,63 Euro pro Kilogramm SG notwendig gewesen wäre, um die Kosten in der Mast zu decken. Im geschlossenen System lag dieser Wert sogar bei 1,87 Euro pro Kilogramm SG. Bei einem aktuellen Verlust von rund 17,65 Euro je Tier wird deutlich, wie weit die aktuellen Preise unter den erforderlichen Kostendeckungsniveaus liegen.

Wachsende Angebotsmengen und schwache Nachfrage

Laut Marktbeobachtern trifft das saisonal ansteigende Angebot an lebenden Schweinen auf eine schwache Nachfrage nach Fleischprodukten. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berichtet von steigenden Schlachtgewichten und einer hohen Auslastung der Schlachtbetriebe, was den Druck auf die Preise zusätzlich erhöht. Trotz dieser Auslastung konnten nicht alle angebotenen Tiere untergebracht werden. Ferienzeiten und das kühle Wetter haben die Fleischnachfrage weiter gedämpft.

Europäischer Markt ebenfalls betroffen

Auch auf europäischer Ebene wächst das Angebot an schlachtreifen Schweinen saisonbedingt, so die Einschätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Mit dem Ende der Sommerhitze nehmen sowohl die Wachstumsgeschwindigkeit als auch die Schlachtgewichte zu, was den Preisdruck verstärkt. Besonders knochenhaltige Teilstücke stehen hier unter Druck.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass sowohl nationale als auch europäische Märkte mit einem Überangebot konfrontiert sind. Ob niedrigere Einkaufspreise den Absatz beleben können, bleibt laut Marktkennern fraglich.