Die jüngsten Entwicklungen an den Agrarbörsen zeichnen ein gemischtes Bild, das von unterschiedlichen Trends und Prognosen geprägt ist. Ein wesentlicher Einflussfaktor war der aktuelle WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums, der insbesondere die Märkte für Weizen und Mais beeinflusste. Die US-Endbestände für 2026/27 wurden dabei überraschend höher angesetzt als erwartet, was zu einem Preisrückgang führte.
Weizensituation: Belastung durch WASDE-Bericht
Auf dem europäischen Markt verzeichnete der Euronext-Weizen mit einem Minus von 2,25 € pro Tonne einen Rückgang auf 242 €/t, konnte jedoch auf Wochenbasis leicht zulegen. In Chicago hingegen verlor der Dezember-Kontrakt 12,25 Cent und endete bei 6,71 US-$/bu, dem niedrigsten Stand seit acht Wochen. Die Anpassung der US-Endbestände nach oben um 23 Millionen Bushel wirkte sich negativ auf die CBOT-Kurse aus. Im Gegensatz dazu half eine reduzierte Exportprognose aus Russland, die europäischen Preise zu stabilisieren.
Ölsaaten: Rapsdruck durch Exporte
Der Rapsmarkt zeigte eine schwache Performance mit einem Rückgang um 10,25 € im November-Kontrakt an der Euronext, was den niedrigsten Stand seit sechs Monaten markiert. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 6,47 %. Verantwortlich dafür waren unter anderem hohe Exporte aus der Ukraine und eine gesteigerte Verkaufsbereitschaft europäischer Landwirte. Gleichzeitig verzeichneten Sojabohnen in Chicago einen leichten Anstieg um 4,5 Cent auf 12,92 US-$/bu, trotz eines zwischenzeitlichen Tiefstands.
Mais: Überraschend hohe Erträge
Die Maispreise erlebten an der Euronext einen leichten Rückgang im November-Kontrakt um 0,75 €, während sie in Chicago deutlicher nachgaben. Der Dezember-Kontrakt fiel um 20,5 Cent auf 4,80 US-$/bu und erreichte damit ein Acht-Wochen-Tief. Wesentlich dazu beigetragen hat eine unerwartete Erhöhung der globalen Endbestände sowie ein höherer als erwarteter Ertrag in den USA.
Milchprodukte: Stabilität bei Pulver
Anhaltende Stabilität zeigt sich bei Magermilchpulver mit einem Plus von 3,8 % im Oktober-Kontrakt an der EEX. Bei einer GDT-Auktion wurde ein Anstieg des Preisindex um 1,2 % verzeichnet. Butter hingegen blieb stabil bei einem Preis von 4.175 €/t und musste lediglich einen leichten Rückgang von 0,3 % in der Auktion hinnehmen.
Kartoffelmarkt: Veränderungen bei Kontrakten
An der EEX wurden seit Juni keine neuen Kontrakte für Verarbeitungs-Kartoffeln gehandelt. Marktinformationen zu Industriekartoffeln sind weiterhin verfügbar über spezialisierte Plattformen wie Markt Pro.
