Die Preise für Bauholz in den USA sind auf ein Zwei-Jahrestief gefallen und befinden sich aktuell bei 527 US-Dollar pro tausend Board-Feet. Diese Entwicklung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter die steigenden Hypothekenzinsen, die nun bei 7,3 % liegen – dem höchsten Stand seit drei Jahren. Diese Zinssteigerung belastet den ohnehin schwachen Immobilienmarkt zusätzlich.
Steigende Kosten und sinkende Nachfrage
Nicht nur die Hypothekenzinsen haben sich erhöht, auch die Preise für Energie, Transport und Arbeit sind gestiegen. Diese Kombination aus steigenden Kosten und einer sinkenden Nachfrage nach Wohnraum hat zu einem Rückgang der Holzpreise geführt. Analysten warnen jedoch davor, dass die Inflationssorgen und die hohe Staatsverschuldung die Zinsen auf einem hohen Niveau halten könnten. Dies hat bereits zu einem Ausverkauf am Anleihemarkt geführt.
Internationale Handelskonflikte
Ein weiterer Faktor, der den Holzmarkt beeinflusst, sind Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada. Aufgrund von US-Zöllen hat Kanada eigene Zölle in Höhe von 25 % auf US-Holz und 50 % auf Sperrholz angekündigt. US-amerikanische Forstunternehmen werfen Kanada vor, den Markt zu verzerren, da die kanadischen Waldflächen größtenteils in öffentlicher Hand sind und somit Holz zu niedrigeren Preisen verkauft werden kann.
Die Auswirkungen auf den Hausbau
Im Bauwesen machen Holzprodukte wie Sperrholz und OSB-Platten einen erheblichen Teil der Materialien für Neubauten aus. Laut der National Association of Home Builders (NAHB) werden für ein durchschnittliches Einfamilienhaus etwa 15.000 Board Feet Konstruktionsholz sowie über 6.800 Quadratfuß OSB-Platten benötigt. Steigende Finanzierungskosten führen jedoch dazu, dass der Endpreis eines Hauses gegenüber den Baukosten um mindestens 15 % steigt.
Wann profitieren Bauunternehmen?
Bauunternehmen profitieren erst von Preissenkungen bei Rohholz, wenn diese über einen längeren Zeitraum anhalten. Kurzfristige Preisrückgänge reichen oft nicht aus, um die Durchschnittskosten der Lieferanten nachhaltig zu senken. Die Zeitspanne bis zur Weitergabe der Preissenkungen hängt von der Größe des Unternehmens und dessen Einkaufsmacht ab.
Mit Material von tradingeconomics.com, Barchart, NAHB
