Die Milchanlieferungen in Deutschland zeigen im August einen saisonalen Rückgang, der sich jedoch dem Niveau des Vorjahres annähert. Diese Entwicklung ist typisch für das Jahresende, wie von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMB) berichtet wird.
2,81 Millionen Tonnen Milch wurden von den Betrieben angeliefert, was einem Anstieg von 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch waren die Zuwachsraten in Bayern (+0,1 %) und Baden-Württemberg (+0,4 %) aufgrund extremer Hitzeperioden und Trockenheit deutlich geringer. Hinzu kam die Ausbreitung des Shamonda-Virus, das zuerst in diesen Regionen auftrat.
Bedeutender Rückgang bei Biomilch
Ein bemerkenswerter Rückgang ist bei der Anlieferung von Bio-Kuhmilch zu verzeichnen. Während im Juli noch ein Plus von 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht wurde, fiel die Menge im August um 1,8 % unter den Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen waren Bayern und Baden-Württemberg mit einem Rückgang von jeweils mehr als 5 % im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt wurde in den ersten acht Monaten des Jahres eine Milchmenge von 22,97 Millionen Tonnen angeliefert. Dies stellt eine Steigerung von 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar. Deutsche Erzeuger konnten mit 22,34 Millionen Tonnen einen Zuwachs von 5,8 % erzielen.
Saisonale Einflüsse und regionale Herausforderungen
Laut Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) folgte die Milchproduktion im August dem saisonalen Trend mit einem weiteren Rückgang der angelieferten Mengen. Interessanterweise blieb die Produktion im Jahr 2025 zwischen Juli und Oktober stabil – eine ungewöhnliche Entwicklung.
Trotz des allgemeinen Anstiegs sind die regionalen Unterschiede bemerkenswert. Die geringeren Zuwachsraten in den südlichen Bundesländern sind auf klimatische Herausforderungen zurückzuführen. Hinzu kommt der Einfluss des Shamonda-Virus auf die Tierbestände in diesen Gebieten.
Zusammenfassend zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die Gesamtanlieferung ansteigt, gibt es regionale Herausforderungen und speziell bei Biomilch deutliche Rückgänge. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit für agrarpolitische Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte in besonders betroffenen Regionen.
