Mit Alpego Intelligence erweitert der italienische Landtechnikhersteller die elektronische Überwachung und Steuerung seiner Maschinen. Die beiden ISOBUS-Pakete A.I. GUARD und A.I. MOVE ermöglichen die Kontrolle wichtiger Betriebsparameter und die Bedienung hydraulischer Funktionen über das Schlepperterminal. Eingesetzt wird die Technik unter anderem bei Kreiseleggen, Säkombinationen und Tiefenlockerern.

Die zunehmende Elektronisierung landwirtschaftlicher Maschinen beschränkt sich längst nicht mehr auf Traktoren und Sätechnik. Auch bei der Bodenbearbeitung werden Betriebszustände elektronisch überwacht und Maschinenfunktionen über ISOBUS gesteuert. Alpego verfolgt mit seiner Technologieplattform Intelligence diesen Ansatz und bietet dafür zwei unterschiedlich ausgestattete Systeme an.
Während A.I. GUARD vor allem der Überwachung mechanischer Komponenten dient, erweitert A.I. MOVE die Steuerungsmöglichkeiten. Landwirte können damit zusätzliche Maschinenfunktionen unmittelbar vom Traktorterminal aus bedienen. Die Technologie kommt bei mehreren Baureihen des Herstellers zum Einsatz und soll insbesondere die Bedienung großer und technisch aufwendiger Anbaugeräte vereinfachen.
A.I. GUARD überwacht Getriebe und Antriebstechnik
Kreiseleggen arbeiten unter hohen mechanischen Belastungen. Besonders bei schweren Böden, wechselnden Arbeitstiefen oder steinigen Flächen können Getriebe und Gelenkwellen stark beansprucht werden. Die Überwachung dieser Komponenten übernimmt bei entsprechend ausgestatteten Alpego-Maschinen das System A.I. GUARD.
Das ISOBUS-Paket erfasst verschiedene Betriebsparameter und stellt sie auf dem Terminal in der Traktorkabine dar. Dazu gehören insbesondere die Temperaturen der mechanischen Getriebe und deren Drehzahlen.
Ein optisches und akustisches Warnsystem informiert den Fahrer, wenn kritische Temperaturwerte überschritten werden. Außerdem erkennt die Elektronik, wenn die Überlastsicherung einer Gelenkwelle anspricht.
Eine solche Sicherung unterbricht bei einer übermäßigen Belastung die Kraftübertragung, um Schäden am Antriebsstrang zu vermeiden. Durch die elektronische Meldung erhält der Fahrer eine zusätzliche Information über den Betriebszustand der Maschine.

Das ist vor allem bei breiten Kreiseleggen von Bedeutung, deren seitliche Antriebseinheiten während der Arbeit vom Fahrersitz aus nur eingeschränkt einsehbar sind.
Alpego bietet A.I. GUARD für die klappbaren Kreiseleggen der Baureihen DTEK, DTEK PLUS und DMAX an. Die Ausstattung ermöglicht es, wichtige Antriebsparameter fortlaufend zu kontrollieren, ohne die Arbeit zur manuellen Überprüfung unterbrechen zu müssen.
Wartungshinweise sollen ungeplante Stillstände reduzieren
Neben der Überwachung während des Betriebs unterstützt A.I. GUARD die regelmäßige Maschinenwartung. Das System erinnert an vorgesehene Wartungsarbeiten und stellt entsprechende Hinweise auf dem Terminal bereit.
Damit lassen sich Wartungsintervalle besser verfolgen, insbesondere wenn dieselbe Maschine von mehreren Fahrern eingesetzt wird. Auch bei längeren Einsatzzeiten während der Bestellarbeiten kann die elektronische Erinnerung helfen, vorgesehene Kontrollen nicht zu übersehen.
Die Temperaturüberwachung liefert zudem Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Antriebsstrang. Steigt die Getriebetemperatur über einen festgelegten Grenzwert, kann der Fahrer reagieren und die Ursache überprüfen.
Eine automatische Fehlerdiagnose sämtlicher mechanischer Bauteile ist damit allerdings nicht gleichzusetzen. A.I. GUARD überwacht definierte Parameter und meldet kritische Betriebszustände. Eine eigenständige Reparaturentscheidung oder umfassende Verschleißprognose beschreibt der Hersteller für das Paket nicht.
A.I. MOVE erweitert die Maschinensteuerung
Mit A.I. MOVE geht Alpego über die reine Überwachung hinaus. Das zweite Elektronikpaket übernimmt die Funktionen von A.I. GUARD und ergänzt sie um die elektronische Bedienung von Maschinenfunktionen und hydraulisch betätigten Ausstattungen.
Der Fahrer kann entsprechende Bewegungen und Einstellungen über das ISOBUS-Terminal des Traktors auslösen. Die Steuerung erfolgt damit über eine gemeinsame Bedienoberfläche, anstatt für jede Funktion einen separaten Hydraulikanschluss beziehungsweise ein eigenes Bedienorgan zu benötigen.
Bei entsprechend ausgestatteten klappbaren Kreiseleggen lässt sich beispielsweise das Ein- und Ausklappen der Maschine über das Terminal steuern. Diese Funktion steht mit dem einfacheren A.I. GUARD-Paket nicht zur Verfügung.
Ein weiterer Vorteil liegt in der geringeren Zahl benötigter Hydraulikverbindungen zwischen Traktor und Gerät. Nach Herstellerangaben benötigt A.I. MOVE einen doppeltwirkenden Hydraulikanschluss, der im Dauerbetrieb mit Öl versorgt wird.
Die elektronische Steuerung verteilt die hydraulischen Funktionen innerhalb der Maschine. Das kann den Anschlusswechsel vereinfachen und reduziert die Zahl der Hydraulikleitungen, die unmittelbar mit dem Traktor verbunden werden müssen.
Welche Einstellungen tatsächlich über das Terminal bedient werden können, hängt von der jeweiligen Maschine und ihrer Ausstattung ab.
Skat Max: Tiefenlockerer mit serienmäßiger A.I.-MOVE-Steuerung
Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist der klappbare Tiefenlockerer Skat Max. Alpego stattet die Maschine serienmäßig mit A.I. MOVE aus.
Der Tiefenlockerer arbeitet mit einem hydropneumatischen System und ist für die tiefere Bodenlockerung ausgelegt. Die elektronische Steuerung übernimmt die Bedienung der dafür vorgesehenen Maschinenbewegungen und Einstellfunktionen.
Zu den über das System bedienbaren Funktionen gehören das Ein- und Ausklappen sowie die Steuerung der entsprechend ausgestatteten Arbeitswerkzeuge. Der Fahrer kann verschiedene Einstellungen am Terminal vornehmen und den aktuellen Maschinenzustand kontrollieren.
Gerade bei Geräten mit mehreren hydraulischen Funktionen verringert eine zentrale Bedienoberfläche den Aufwand im Fahrerhaus. Statt einzelne Steuergeräte nacheinander betätigen zu müssen, wählt der Fahrer die gewünschte Funktion am Terminal aus.
Die Kombination aus elektronischer Steuerung und Hydropneumatik ermöglicht eine gezielte Bedienung der Maschine. Wie die Lockerungswirkung ausfällt, hängt weiterhin von Faktoren wie Arbeitstiefe, Bodenfeuchte, Verdichtung und Fahrgeschwindigkeit ab.
ISOBUS-Technik auch bei Säkombinationen und Fronttanks
Alpego beschränkt seine Elektronikplattform nicht auf die Bodenbearbeitung. A.I. MOVE ist nach Herstellerangaben auch für weitere Maschinen verfügbar, darunter die Säkombination JET-X und die Fronttanks ASPRO und ASMAX.
Bei Säkombinationen ermöglicht die elektronische Steuerung eine gemeinsame Bedienung verschiedener Maschinenfunktionen. Besonders bei Kombinationen aus Kreiselegge, Sämaschine und zusätzlichen hydraulischen Einrichtungen kann dies die Handhabung vereinfachen.
Daneben setzt Alpego bei der Saat- und Düngertechnik auf eine elektronische Dosiersteuerung über ISOBUS. Bei entsprechend ausgestatteten Fronttanks lassen sich Ausbringfunktionen vom Traktorterminal aus bedienen.
Die Modelle ASPRO und ASMAX können für die Saatgutausbringung beziehungsweise Düngung eingesetzt werden. Die ISOBUS-Elektronik übernimmt dabei die Steuerung der dafür vorgesehenen Dosierfunktionen.
Bei kompatibler Ausstattung können außerdem Funktionen des Task Controllers genutzt werden. Damit lassen sich beispielsweise Arbeitsaufträge und bestimmte Precision-Farming-Funktionen in die elektronische Maschinenbedienung einbinden.
Die Möglichkeiten hängen von den freigeschalteten Funktionen, dem verwendeten Terminal und der technischen Ausstattung der jeweiligen Maschine ab.
Welche Alpego-Maschinen unterstützen die Technologie?
Nach den aktuellen Herstellerangaben stehen die beiden Elektronikpakete für folgende Maschinenbaureihen zur Verfügung:
| Maschinenbaureihe | A.I. GUARD | A.I. MOVE |
|---|---|---|
| DTEK Kreiselegge | Ja | Ja |
| DTEK PLUS Kreiselegge | Ja | Ja |
| DMAX Kreiselegge | Ja | Ja |
| JET-X Säkombination | – | Ja |
| ASPRO Fronttank | – | Ja |
| ASMAX Fronttank | – | Ja |
| SKAT MAX Tiefenlockerer | – | Serienmäßig |
Die Tabelle beschreibt die von Alpego genannten Einsatzmöglichkeiten der Pakete. Bei Sämaschinen und Fronttanks können zusätzlich eigenständige ISOBUS-Funktionen für die Dosierung und Ausbringung vorhanden sein.
ISOBUS ermöglicht die Bedienung über das Schlepperterminal
Technische Grundlage von Alpego Intelligence ist der standardisierte ISOBUS-Datenaustausch zwischen Schlepper und Anbaugerät. Die Kommunikation erfolgt nach dem landwirtschaftlichen Standard ISO 11783.
Das System ermöglicht die Übertragung von Maschineninformationen und Bedienbefehlen über eine gemeinsame Schnittstelle. Dadurch können kompatible Anbaugeräte unterschiedlicher Hersteller grundsätzlich über ein ISOBUS-Terminal bedient werden.
Für A.I. GUARD bedeutet dies, dass Betriebsdaten und Warnmeldungen auf dem Terminal erscheinen. A.I. MOVE verwendet dieselbe Kommunikationsstruktur zusätzlich zur Bedienung von Maschinenfunktionen.
Ist der verwendete Traktor nicht mit einem geeigneten ISOBUS-Terminal ausgestattet, benötigt der Fahrer laut Alpego einen separaten Universal-Terminal-Monitor (UT). Dieser übernimmt die Anzeige und Bedienung der Elektronik.
Vor dem Einsatz ist daher zu prüfen, ob das vorhandene Terminal die erforderlichen Funktionen unterstützt und welche zusätzlichen Komponenten benötigt werden.
Bedienkomfort und Maschinenschutz als wichtigste Vorteile
Die beiden Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. A.I. GUARD liefert Informationen über den technischen Zustand der Maschine und meldet mögliche Überlastungen. A.I. MOVE ergänzt diese Überwachungsfunktionen um die Bedienung hydraulischer Einrichtungen.
Für Fahrer großer Bodenbearbeitungsmaschinen kann das die Arbeit erleichtern. Warnmeldungen sind unmittelbar in der Kabine verfügbar, während sich bestimmte Einstellungen vornehmen lassen, ohne den Traktor zu verlassen.
Bei häufigem Gerätewechsel kann die reduzierte Zahl hydraulischer Verbindungen den An- und Abbau vereinfachen. Voraussetzung bleibt eine kompatible Ausstattung von Traktor und Anbaugerät.
Die elektronische Überwachung soll außerdem dazu beitragen, mechanische Schäden frühzeitig zu erkennen und Wartungsarbeiten planmäßiger durchzuführen. Ob dadurch tatsächlich geringere Reparaturkosten oder weniger Stillstandszeiten entstehen, hängt jedoch vom Maschineneinsatz und der Reaktion auf die angezeigten Informationen ab.
Konkrete Angaben zu möglichen Zeitersparnissen, Kraftstoffreduzierungen oder einer verlängerten Lebensdauer durch A.I. GUARD und A.I. MOVE veröffentlicht Alpego in seiner Produktbeschreibung nicht.
Ebenso wenig ist eine selbstständige Anpassung der Bodenbearbeitung auf Grundlage künstlicher Intelligenz dokumentiert. Die Bezeichnung A.I. steht hier für die Elektronikplattform Alpego Intelligence. Beschrieben werden vor allem Sensorüberwachung, Warnfunktionen und ISOBUS-basierte Maschinensteuerung.
