Die Agrarministerkonferenz der Länder hat jüngst beschlossen, die soziale Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern. Ein zentraler Punkt ist die Einführung eines umfassenden Mutterschutzes für alle Frauen in diesem Sektor, unabhängig davon, ob sie selbstständig oder unentgeltlich mitarbeiten. Der Bund wurde aufgefordert, Maßnahmen zur Umsetzung dieses Vorhabens zu prüfen.
Verbesserter Mutterschutz gefordert
Die Initiative für den Mutterschutz stammt aus Niedersachsen und wird von Bremen und Hamburg unterstützt. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte zeigte sich erfreut über die Aufnahme ihrer Vorschläge durch die Konferenz. Ihre Kollegin Katharina Fegebank aus Hamburg kritisierte, dass Frauen in Führungspositionen und bei der Hofnachfolge noch immer unterrepräsentiert seien und bei sozialen Absicherungen oft benachteiligt werden. Cornelia Schmachtenberg aus Schleswig-Holstein äußerte Zufriedenheit darüber, dass das Thema Mutterschutz für Selbstständige nun stärker im Fokus steht.
Eigenständige Altersvorsorge als Ziel
Ein weiterer Beschluss der Konferenz zielt auf eine eigenständige Altersvorsorge für Frauen ab. Die Ministerinnen und Minister betonten die Bedeutung einer unabhängigen finanziellen Absicherung und forderten den Bund auf, Frauen frühzeitig über bestehende Vorsorgemöglichkeiten zu informieren.
Stärkung des Generationenwechsels
Ebenfalls diskutiert wurde der gerechte Generationenwechsel in landwirtschaftlichen Betrieben, bei dem strukturelle Nachteile für Frauen beseitigt werden sollen. Eine bestehende Arbeitsgemeinschaft soll diese Herausforderungen analysieren und Lösungen entwickeln.
Zusätzlich soll der Bund im Rahmen der „Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne“ (NRPP) sicherstellen, dass Frauen angemessen in Entscheidungsgremien vertreten sind. Bis zur nächsten Konferenz im Frühling 2027 wird ein Bericht über Fortschritte erwartet.
Einkommensunterstützung: Geschlechtergerechtigkeit im Fokus
Bremen, Hamburg und Niedersachsen fordern außerdem ein Gender-Monitoring in der Agrarförderung. Sie plädieren dafür, die Verteilung von Fördermitteln geschlechterdifferenziert auszuwerten und regelmäßig zu veröffentlichen. Ein zusätzlicher Zuschlag bei Einkommensstützungen für Frauen wird ebenfalls geprüft, um ihre Rolle in Personengesellschaften und juristischen Personen zu stärken.
