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Agrarmärkte: Schwache US-Exporte belasten Weizenpreise

Die weltweiten Agrarmärkte zeigen sich volatil, wobei insbesondere die schwachen Weizenexporte aus den USA die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Dez26-Kontrakt an der Euronext schloss kürzlich bei 236,75 €/t, was einem Rückgang von 0,75 € entspricht. Auf Wochenbasis verzeichnete er ein Minus von 2%. An der Chicago Board of Trade (CBoT) fiel der Weizenpreis um 3,75 Cent auf 7,03 US-$/bu (ca. 227 €/t), mit einem Wochenverlust von 1,5%. Diese Entwicklung wird durch einen enttäuschenden USDA-Exportbericht beeinflusst, der lediglich 267.600 Tonnen Weizenverkäufe meldete – weit unter den Erwartungen von 350.000 bis 600.000 Tonnen.

Wie aus Kreisen der US-Landwirtschaft berichtet wird, haben Regenfälle in den Plains die Aussaatbedingungen für Winterweizen verbessert und damit zusätzlichen Druck auf die Preise ausgeübt. Gleichzeitig bleibt die Situation im Schwarzmeer-Raum problematisch: Die beschädigte Hafeninfrastruktur und ein niedriger Wasserstand der Donau behindern ukrainische Exporte und sorgen für anhaltende Lieferengpässe.

Ölsaaten: Raps zeigt Schwäche

An der Euronext notierte Raps im Nov26-Kontrakt bei 548 €/t, was einem Tagesverlust von 1,50 € entspricht und auf Wochenbasis ein Minus von 0,3% bedeutet. Demgegenüber konnten Sojabohnen an der CBoT leicht zulegen: Der Nov26-Kontrakt stieg um 1,5 Cent auf 13,19 US-$/bu (ca. 425 €/t) und verzeichnete ein Wochenplus von 1,2%. Die Zunahme wurde durch eine private Exportmeldung des USDA über 120.000 Tonnen Sojabohnen nach China unterstützt.

Pátria AgroNegócios prognostiziert zudem einen Rückgang der brasilianischen Sojaernte um 3,3% auf 173,75 Millionen Tonnen für das Jahr 2026/27. Dennoch fielen die wöchentlichen US-Exportzahlen für Sojabohnen mit nur 582.400 Tonnen deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Mais: Uneinheitliche Preisentwicklung

An der Euronext büßte Mais im Nov26-Kontrakt 4,25 € ein und lag bei einem Preis von 271 €/t. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Plus von 2,7% bestehen. In den USA zeigte sich der Maismarkt stabiler: Der Dez26-Kontrakt an der CBoT schloss bei 5,28 US-$/bu (ca. 182 €/t) mit einem leichten Tagesplus von 0,75 Cent und einem Wochengewinn von nur 0,1%.

Laut USDA lag das Exportvolumen für Mais mit 838.300 Tonnen am unteren Ende der erwarteten Spanne von 800.000 bis 1,4 Millionen Tonnen und belastete den Markt leicht. Zugleich verzögert Nässe in Teilen des Corn Belts die Erntearbeiten in den USA.

Milchmarkt: Stabilität trotz leichter Schwankungen

An der EEX blieben die Milchpreise in der vergangenen Woche weitgehend stabil. Während Magermilchpulver im September-Kontrakt nahezu unverändert bei 3.208 €/t lag, konnte Butter vor dem Wochenende leicht zulegen und erreichte einen Preis von 4.175 €/t, was einem Wochengewinn von knapp einem Prozent entspricht.

Trotz eines rückläufigen Trends bei den Milchanlieferungen in Deutschland verglichen mit derselben Woche des Vorjahres liegt das Gesamtaufkommen seit Jahresbeginn über dem Vorjahresniveau.

Kartoffeln: Zukunft ohne Verarbeitungs-Kartoffelkontrakte

Anfang Juni 2026 wurden an der EEX keine neuen Kontrakte für Verarbeitungs-Kartoffeln mehr ausgegeben. Aktuelle Marktinformationen zu Verarbeitungs- und Industriekartoffeln sind jedoch weiterhin über spezialisierte Plattformen wie Markt Pro zugänglich.

(Umrechnungskurs: 1 € = 1,1403 USD)
Einheitenumrechnungen:
– Mais: 1 US bushel = ca. 25,4012 kg
– Weizen: 1 US bushel = ca. 27,2155 kg
– Sojabohnen: 1 US bushel = ca. 27,2155 kg