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Raps-Preise fallen unter 500 Euro

Die Agrarmärkte begannen die neue Handelswoche größtenteils mit rückläufigen Tendenzen. Besonders auffällig ist der Rückgang beim Raps, dessen Fronttermin an der Matif am Montag unter die Marke von 500 Euro pro Tonne fiel. Währenddessen beeinflusst der Erntedruck in den USA weiterhin die Sojakurse negativ, wohingegen sich die Preise für Raps- und Sojaschrot auf dem deutschen Markt in entgegen gesetzte Richtungen bewegen.

Rückgang bei Rapskursen setzt sich fort

Die Rapskurse befinden sich seit etwa vier Wochen auf einer Abwärtsbewegung. Am Montag verzeichnete der Novembertermin an der Pariser Matif einen Verlust von 8,50 Euro und notierte bei 493,25 Euro pro Tonne, wodurch er wieder unter die 500-Euro-Marke rutschte. Auch der Februartermin verbilligte sich um 5,50 Euro auf 546,50 Euro pro Tonne. Der deutliche Abstand zwischen den beiden Fälligkeiten von 53,25 Euro zeigt, dass spätere Lieferungen aktuell besser vergütet werden.

Zu den belastenden Faktoren zählen leicht sinkende Rohölpreise sowie schwächere Vorgaben bei Canola und Soja in Nordamerika. Zudem wird erwartet, dass die gegenwärtige Krise im Nahen Osten und der Verlauf des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine einen erheblichen Einfluss auf die weitere Preisentwicklung haben könnten.

In Deutschland sank der Erzeugerpreis für Raps in der 42. Kalenderwoche leicht. Handel und Verarbeiter zahlten im Durchschnitt 519,26 Euro pro Tonne, was einem Rückgang von 1,10 Euro gegenüber der Vorwoche entspricht. Der Preis variierte dabei zwischen 470 und 549 Euro pro Tonne.

Kleinere EU-Rapsernte führt zu Importabhängigkeit

Laut der Oktober-Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wurde die EU-Rapsernte für das Jahr 2026/27 um 0,4 Millionen Tonnen auf 19,8 Millionen Tonnen gesenkt. Der Verbrauch innerhalb der EU bleibt unverändert bei geschätzten 26,2 Millionen Tonnen. Daher rechnet das USDA mit einem Importbedarf von 6,6 Millionen Tonnen. Die EU-Kommission schätzt die Ernte vorsichtiger auf 19,4 Millionen Tonnen ein, was einem Rückgang von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Für Deutschland prognostiziert die Kommission eine Ernte von 3,5 Millionen Tonnen bei einem Ertrag von 3,1 Tonnen pro Hektar. Die Endbestände in der EU könnten von 0,83 auf 0,72 Millionen Tonnen sinken.

Kanada hingegen bleibt gut versorgt: Das USDA bestätigt dort eine Rapsernte von 22,5 Millionen Tonnen, wobei das Exportpotenzial aufgrund einer hohen Inlandsverarbeitung kleiner ausfällt als im Vorjahr.

Saisonale Einflüsse belasten Sojapreise

An der Chicagoer Börse CBOT gaben alle wichtigen Getreide- und Sojafuture-Kontrakte nach. Die vorderen Sojakontrakte verloren bis zu 7,75 US-Cent je Bushel. Auch Sojaschrot-Futures sowie Sojaöl verzeichneten Preisrückgänge.

Der Druck resultiert aus dem saisonalen Erntedruck in den USA. Laut US-Statistikdienst NASS sind inzwischen 64 % der Sojaflächen gedroschen, was nahezu dem Fünfjahresmittel entspricht. In Brasilien läuft bereits die Aussaat mit einem Fortschritt von 26 %.

Trotzdem stützt eine hohe Exportnachfrage den Markt: Am Montag meldete das USDA private Exportverkäufe von insgesamt über 375.000 Tonnen Sojabohnen nach China und anderen Ländern.

Anstieg bei Preisen für Raps- und Sojaschrot

Im Gegensatz zu den Ölsaaten starteten Ölschrote am deutschen Markt fest in die Woche. Prompt lieferbares Rapsschrot verteuerte sich im Nordosten um 3 Euro pro Tonne, was zu einem Bundesdurchschnittspreis von 294 Euro pro Tonne führte.

Laut EU-Kommission wird die Produktion von Rapsschrot in der EU im Jahr 2026/27 auf 14,2 Millionen Tonnen sinken. Konventionelles Sojaschrot mit hohem Proteingehalt legte ebenfalls preislich zu.