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Arla kündigt Bio-Milch-Bauern: Nachfrage sinkt um 60 Prozent

Die Nachfrage nach Bio-Milch hat in Schweden in den letzten Jahren einen erheblichen Rückgang verzeichnet. Laut Berichten des Fachmagazins Jordbruksaktuellt ist sie im Lebensmitteleinzelhandel seit 2016 um 60 Prozent gesunken, während der Absatz in Gastronomie und öffentlichem Sektor um etwa 20 Prozent zurückging. Diese Entwicklung hat für die dortigen Milchviehbetriebe schwerwiegende Konsequenzen.

Arla kündigt Verträge mit Bio- und Tierwohlbetrieben

Die Molkereigenossenschaft Arla hat daraufhin beschlossen, die Verträge mit 29 Bio-Betrieben sowie 27 konventionellen Betrieben, die höhere Tierwohlstandards erfüllen, zu kündigen. Die betroffenen Landwirte haben nun eine einjährige Kündigungsfrist, innerhalb derer sie weiterhin ihre Milch gegen Bezahlung liefern können. Danach besteht die Möglichkeit, die Milch als konventionelles Produkt an Arla zu verkaufen.

Max Wallenberg, Pressesprecher von Arla Schweden, erklärte gegenüber Jordbruksaktuellt, dass die Milch dieser Betriebe schon länger nicht mehr für die Produktion von Bio-Milch genutzt werde. Stattdessen wurde sie zusammen mit konventionellen Rohstoffen vermarktet. Dies sei jedoch nicht im Sinne der Landwirte gewesen.

Nachfragenschwund und logistische Herausforderungen

Laut Arla sind neben dem Nachfragerückgang auch logistische Gründe ausschlaggebend für die Kündigungen. Die geografische Lage der Betriebe erschwere eine effiziente Einbindung in die Lieferkette der Genossenschaft. Auch wenn das Interesse an Bio-Milch wieder steigen sollte, bleibe dieser Faktor bestehen.

Die getrennte Abholung von Bio-Milch verursache zusätzliche Kosten, weshalb eine logistische Neubewertung notwendig gewesen sei. Wallenberg betonte zudem, dass auch nach der Vertragskündigung kein Verschwinden der Milchprodukte drohe; sie werden einfach im konventionellen Sortiment weitergeführt.

Schwierige Zeiten für ökologische Landwirtschaft

Diese Entwicklungen treffen viele Landwirte hart, besonders jene, die viel in ökologische Produktionsmethoden investiert haben. Trotz ihrer Bemühungen sieht sich Arla gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen Anpassungen vorzunehmen. Wallenberg verdeutlichte das Verständnis für den Unmut der Landwirte, hob jedoch hervor, dass das Wohl der gesamten Genossenschaft im Vordergrund stehe.

Neben der sinkenden Nachfrage sind Verbraucher zunehmend weniger bereit, den höheren Preis für ökologisch produzierte Waren zu zahlen. Diese Faktoren zwingen Arla dazu, ihren Kurs anzupassen und ihre strategische Ausrichtung zu überdenken.

Mit Material von Jordbruksaktuellt und Arla