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Russlands Landtechnikmarkt: Verkäufe halbiert, Rückgang hält an

Der russische Landtechnikmarkt erlebt weiterhin schwierige Zeiten. Seit 2024 haben sich die Verkäufe neuer Maschinen laut dem Verband der Landmaschinenhändler (Askhod) drastisch verringert, was zu einem Rückgang um etwa die Hälfte bis einschließlich 2026 geführt hat. Für das Jahr 2027 wird ein weiterer Rückgang der Nachfrage um 15 % erwartet.

Herausforderungen und Zukunftsaussichten

Alexander Altynow, Vorsitzender des Verbandes, prognostiziert keinen baldigen Aufschwung des Marktes. Er geht davon aus, dass die Nachfrage nach Landmaschinen im Jahr 2027 weiter sinken wird. Die staatlichen Unterstützungen reichen seiner Ansicht nach nicht aus, um den Markt nachhaltig zu stabilisieren. Zudem bemängelt Altynow die nachlassende Servicequalität in der Agrartechnikbranche.

Neuausrichtung auf Premiumsegment und chinesische Anbieter

Trotz der insgesamt schwachen Marktlage zeigt sich ein wachsendes Interesse an Maschinen aus dem Premiumsegment. Dieses Segment wächst zwar, bleibt jedoch aufgrund seines begrenzten Angebots eine Herausforderung für Käufer. Gleichzeitig drängen chinesische Unternehmen wie Lovol und YTO mit leistungsstarken Hybridtraktoren verstärkt auf den russischen Markt.

Kreml-Strategien zur Marktbelebung

Um den angeschlagenen Landtechnikmarkt zu stützen, plant der Kreml verschiedene finanzielle Maßnahmen. Wirtschaftsminister Anton Alichanow kündigte an, dass die Subventionierung von Rabatten auf russische Landmaschinen im kommenden Jahr auf einem Niveau von umgerechnet 105 Mio. € gehalten wird; eine Erhöhung auf 125,6 Mio. € ist für die Jahre 2028 und 2029 geplant. Zudem sollen Rosagroleasing-Programme kofinanziert werden, um die Nachfrage weiter anzukurbeln.

Steigender Anteil heimischer Produktion

Laut Alichanow soll der Anteil russischer Geräte am heimischen Markt bis 2030 von derzeit 55 % auf 80 % steigen. Bei einigen Maschinenkategorien wie Traktoren und Mähdreschern werden bereits heute hohe Anteile erreicht, mit einem Ziel von bis zu 90 % russischer Produktion bei landwirtschaftlichen Geräten insgesamt.

Westliche Unternehmen ziehen sich zurück

Der Ukrainekrieg hat das Engagement westlicher Landtechnikhersteller in Russland stark beeinflusst. CNH Industrial und AGCO haben ihre Aktivitäten stark reduziert oder sogar vollständig eingestellt. John Deere hat seine Geschäfte schrittweise abgebaut, während Claas seine Produktion in Russland heruntergefahren hat und Maschinen nun aus Deutschland liefert.