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Edeka zieht fristlose Kündigungen im Tierwohl-Streit zurück

Im jüngsten Konflikt um Tierwohlverträge hat Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen (NST) einen Rückzieher gemacht. Nachdem das Unternehmen zunächst die fristlose Kündigung von zwei Schweinemastbetrieben ausgesprochen hatte, nahm es diese nach öffentlichem Druck zurück. Die regulären Kündigungen bleiben jedoch bestehen. Hintergrund des Streits ist die Umstellung von Verträgen im Rahmen des Bauernschätze-Programms, die Edeka im Frühjahr vorgenommen hatte. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der wirtschaftlichen Unzumutbarkeit des bisherigen Kostpreismodells.

Verhandlungen ohne Einigung

Edeka NST bestätigte Ende September gegenüber der Presse, dass die beiden Mastbetriebe trotz monatelanger Verhandlungen nicht bereit waren, auf neue Langzeitverträge bis 2026 umzustellen. Diese Weigerung führte zu den ursprünglichen Vertragskündigungen. Die betroffenen Schweinemäster lehnten die angebotenen Vertragsbedingungen ab, was letztlich zur Eskalation des Konflikts führte.

Kritik und Rücknahme der fristlosen Kündigungen

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) äußerte scharfe Kritik an Edekas Vorgehen und dem Umgang mit den betroffenen Landwirten. In Reaktion auf diesen Druck und die öffentliche Aufmerksamkeit zog Edeka NST die fristlosen Kündigungen zurück, bestätigte jedoch, dass die regulären Kündigungen weiterhin Bestand haben.

Forderungen nach fairen Vertragsbedingungen

ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack betonte die Notwendigkeit klar geregelter Lieferbeziehungen zwischen Handelsunternehmen und Erzeugern. Ein gut ausgearbeiteter Liefervertrag könne für beide Parteien Klarheit schaffen und verhindern, dass das „Gesetz des Stärkeren“ regiert, so Staack. Er verwies darauf, dass innerhalb derselben Handelsgruppe auch andere Modelle existieren, die als positives Beispiel dienen könnten.