Brasilien hat die Obergrenze seiner Rindfleischexporte nach China für 2023 erreicht. Aufgrund dessen erhebt China nun einen zusätzlichen Zoll von 55 % auf brasilianisches Rindfleisch, das über dem festgelegten Volumen von 1,1 Millionen Tonnen liegt. Dies führt zu einer Gesamtbelastung der Exporteure durch Zölle von insgesamt 67 %, da ein regulärer Satz von 12 % bereits besteht.
Zusätzliche Zölle zum Schutz der heimischen Produktion
Das chinesische Handelsministerium hat diese Maßnahme getroffen, um die eigene Rinderzucht zu unterstützen. Bereits im Januar wurde dieser zusätzliche Zoll eingeführt und gilt für alle internationalen Rindfleischlieferanten. Ziel ist es, den heimischen Markt vor einer Überflutung mit ausländischem Fleisch zu schützen und somit die lokale Produktion zu stärken.
Uruguay als möglicher Partner
Im Vorfeld hatte Uruguay seine eigenen Exportquoten angeboten, damit Brasilien den Überschuss nutzen könnte. Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte jedoch kürzlich, dass China keine Zustimmung erteilt hat, diese Quoten in Anspruch zu nehmen – weder in diesem noch im kommenden Jahr. Branchenexperten sehen geringe Chancen, dass China bilaterale Abkommen zwischen Brasilien und anderen Ländern akzeptieren würde.
Zukunft der brasilianischen Exporte ungewiss
Die Diskussionen konzentrieren sich nun darauf, ob China seine Quotensysteme für Rindfleisch bis Ende des Jahres 2027 aufrechterhalten wird. Der brasilianische Verband der Fleischexporteure (Abiec) erwartet aufgrund dieser Einschränkungen sowie ähnlicher Maßnahmen der Europäischen Union einen Rückgang der Exporte um 10 % bis 2026. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Zukunft des brasilianischen Rindfleischmarktes auf.
