Die Dieselpreise in Deutschland haben am Dienstag regional die Marke von 2,60 Euro pro Liter erreicht, während der Preis für Benzin E10 bei bis zu 2,40 Euro liegt. Dies ist auf die ansteigenden Ölpreise zurückzuführen, gepaart mit einer knappen Versorgung an Destillaten wie Heizöl und Diesel sowohl in Europa als auch den USA. Nach Angaben des ADAC entfallen rund 47 bis 53 Prozent des Dieselpreises an der Tankstelle auf staatliche Steuern und Abgaben.
Die hohen Kraftstoffkosten belasten insbesondere Berufspendler, aber auch Landwirte und Transportunternehmen erheblich. Ein vollgetankter Dieseltank eines Pkw mit 60 Litern kostet nun etwa 150 Euro. Für Landwirte, die große Ackerschlepper mit einem Tankvolumen von 600 bis 800 Litern betreiben, steigen die Kosten für eine Tankfüllung auf bis zu 1.560 Euro. Ähnlich ergeht es der Logistikbranche, wo das Betanken eines schweren Lastwagens bis zu 3.900 Euro kosten kann.
Steuern und Abgaben beeinflussen maßgeblich die Spritpreise
Die Preise für Rohöl sind nicht der einzige Faktor für die Kosten an der Zapfsäule. Die Energiesteuer beläuft sich beispielsweise auf 47,04 Cent pro Liter Diesel. Hinzu kommen CO₂-Steuer, Erdölbevorratungsabgabe und die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Diese Aufschläge führen dazu, dass Diesel noch teurer werden kann als Rohöl selbst, insbesondere aufgrund des derzeit knappen Angebots auf dem europäischen Markt.
Um dieser Preisexplosion entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung einen temporären „Tankrabatt“ beschlossen. Dieser soll ab Oktober in Kraft treten und sieht eine Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent pro Liter vor; inklusive Mehrwertsteuer ergibt sich eine Gesamtentlastung von 16,7 Cent pro Liter.
Kritik an der „12-Uhr-Regel“ der Tankstellen
Der ADAC fordert die Abschaffung der sogenannten „12-Uhr-Regel“, welche es Tankstellen erlaubt, ihre Preise nur einmal täglich mittags zu erhöhen. Laut ADAC habe diese Regelung den erhofften Effekt verfehlt und führe sogar zu höheren Durchschnittspreisen. Auch das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sowie das Fraunhofer-Institut kritisieren die Maßnahme als ineffektiv.
Da Verbraucher durch diese Regel weniger Gelegenheiten haben, günstiger zu tanken als zuvor, schlägt der Automobilclub vor, diese Praxis zu überdenken. Die Hoffnung besteht darin, dass vermehrte Preisanpassungen im Tagesverlauf den Wettbewerb zwischen den Tankstellen erhöhen und somit langfristig zu einem Preisrückgang führen könnten.
