Die deutsche Milchwirtschaft verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres 2026 einen signifikanten Anstieg der Milchproduktion. Nach Angaben der ZMB belief sich die gelieferte Menge an Kuhmilch auf insgesamt 17,25 Millionen Tonnen, wovon 16,78 Millionen Tonnen aus Deutschland selbst stammten. Dies entspricht einem Anstieg von 6,3 % innerhalb des Landes und einer gesamten Zunahme von 6,5 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr.
Regionale Unterschiede im Milchaufkommen
Die Zuwächse in der Milchanlieferung waren bundesweit sichtbar, jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während die westlichen Bundesländer ein Wachstum von 6,8 % verbuchten, lag der Anstieg in den östlichen Regionen bei knapp 4 %. Besonders stark war das Wachstum in Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland mit einer Erhöhung von 8,3 %, gefolgt von Baden-Württemberg mit 7,8 % und Niedersachsen mit 7,1 %.
In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein betrug die Steigerung jeweils 6,7 %, während Bayern – das für rund ein Viertel der gesamten Milchanlieferung verantwortlich ist – ein Plus von 6,1 % meldete. In den neuen Bundesländern führte Brandenburg das Wachstum mit einem Anstieg von 5,5 % an, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 4,2 %.
Ökologische Milcherzeugung nimmt Fahrt auf
Auffällig war die Entwicklung bei der Biomilchproduktion: Die Lieferung ökologisch erzeugter Milch stieg um bemerkenswerte 7 % auf 771.130 Tonnen, was einem Anteil von 4,6 % am gesamten Milchaufkommen entspricht. Bayern bleibt hierbei führend mit einem Biomilchanteil von 9 %, dem höchsten Wert unter den Bundesländern.
Rückgang der Milchinhaltsstoffe im Juni
Trotz des erhöhten Milchaufkommens zeigte sich bei den Inhaltsstoffen ein entgegengesetzter Trend. Im Juni fielen die Fett- und Eiweißgehalte stärker als in den beiden vorangegangenen Jahren. Der Fettgehalt sank um 0,03 Prozentpunkte auf nunmehr 3,95 %, während der Eiweißgehalt um 0,02 Prozentpunkte auf 3,40 % zurückging. Diese Werte lagen erstmals seit Jahresbeginn deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Trotzdem führte die gestiegene Gesamtmenge an angelieferter Milch dazu, dass im Juni insgesamt 5,3 % mehr Milchfett und -eiweiß zur Verfügung standen als noch im Juni des Vorjahres. Über das gesamte erste Halbjahr hinweg lag dieser Anstieg bei den Inhaltsstoffen bei insgesamt 6,7 %, verglichen mit dem gleichen Zeitraum in 2025.
