Der internationale Milchmarkt steht vor einer herausfordernden Zeit, da die Preise an der Global Dairy Trade (GDT) aufgrund klimatischer Einflüsse signifikant steigen. Bei der jüngsten Auktion am 18. August 2026 erhöhte sich der Preisindex um 2,3 Prozent, der höchste Anstieg seit März dieses Jahres. Diese Entwicklung wird hauptsächlich durch Preissprünge bei Milchpulver und Käse getrieben, was auf erhebliche Unsicherheiten auf der Angebotsseite in Europa sowie auf potenzielle klimatische Beeinträchtigungen in der südlichen Hemisphäre zurückzuführen ist.
Klimatische Herausforderungen beeinflussen den Milchmarkt
Rosalind Crickett, Analystin bei der NZX, weist darauf hin, dass Rekordhitzewellen und Dürreperioden in Europa viele Landwirte dazu zwingen, bereits jetzt ihre Winterfutterreserven anzubrechen. Dies könnte die Milcherträge im zweiten Halbjahr gefährden. Gleichzeitig deuten Vorhersagen auf ein starkes El-Niño-Phänomen hin, das das Weidewachstum in wichtigen Exportregionen der Südhalbkugel beeinträchtigen könnte.
Der durchschnittliche Zuschlagspreis bei der Auktion betrug 3.873 US-Dollar pro Tonne. Besonders auffällig ist der Anstieg des Vollmilchpulverpreises um 3 Prozent auf 3.591 US-Dollar und des Magermilchpulvers um 7,6 Prozent. Diese Entwicklungen entsprechen den Prognosen, da Landwirte in Europa angesichts der Dürre bereits ihre Futtervorräte angreifen mussten.
Unterschiedliche Preisentwicklungen bei Milchprodukten
Trotz steigender Preise für bestimmte Produkte verzeichneten Butter und wasserfreies Milchfett Preisrückgänge von 2 Prozent bzw. 6 Prozent. Dies wird auf ein reichliches Angebot an globalen Milchfetten zurückgeführt. Mozzarella stieg hingegen um 6,1 Prozent, Laktose um 3,2 Prozent, während Cheddar leicht um 0,6 Prozent zulegte. Insgesamt wurden 41.054 Tonnen an 130 Bieter verkauft.
Laut Fonterra hat sich die Prognose für das Buttervolumen in den kommenden zwölf Monaten um 4,7 Prozent erhöht. Die US-Butterproduktion stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent, während die europäische Produktion im Mai um 5,4 Prozent anstieg.
Kaufimpuls aus Asien stärkt den Markt
Einen wesentlichen Beitrag zur Nachfrage leisteten asiatische Käufer. China erwarb 46 Prozent der angebotenen Mengen an Pulver und Milchfetten. Die chinesische Rohmilchproduktion leidet unter einem strukturellen Rückgang der Bestände; Lagerbestände an Magermilchpulver sind dort erheblich gesunken.
Zukünftige Entwicklungen werden maßgeblich durch die Nachfrage aus China und wetterbedingte Produktionsrückgänge bestimmt sein. Die Situation verdeutlicht die Spannungen zwischen steigenden Preisen für funktionelle Proteine und sinkenden Preisen für Milchfette – eine Verschiebung im Produktmix scheint unvermeidlich.
Basiert auf Informationen von edairynews.com und nzherald.co.nz.
