In Dänemark warten gegenwärtig über 230.000 Schweine auf ihre Schlachtung. Der Fleischkonzern Danish Crown sieht sich mit einem erheblichen Rückstau schlachtreifer Tiere konfrontiert, den er im eigenen Land nicht mehr bewältigen kann. Medienberichte von varkens.nl und nieuweoogst.nl bestätigen diesen Engpass.
Die Ursache des Problems liegt in einem unerwartet großen Tierbestand, der bei der Viehzählung am 1. Juli festgestellt wurde. Viele Landwirte stehen nun vor dem Problem, dass ihre Tiere das optimale Schlachtgewicht überschreiten könnten, was zu Preisabschlägen führen würde.
Auslagerung nach Deutschland als Lösung
Um den Rückstau zu bewältigen, plant Danish Crown, seine Schlachtkapazitäten in Deutschland zu nutzen. In den nächsten zwei bis drei Monaten sollen wöchentlich 5.000 Schweine im deutschen Schlachthof in Essen (Oldenburg) verarbeitet werden. Laut Søren Tinggaard, Einkaufsleiter bei Danish Crown, könnten so insgesamt rund 60.000 zusätzliche Schweine geschlachtet werden.
Danish Crown hat angekündigt, die finanziellen Belastungen für die dänischen Schweinehalter gering zu halten. Die Vergütung der Tiere erfolgt gemäß der Danish-Crown-Notierung, und das Unternehmen übernimmt die Kosten für Ohrmarken sowie Auswahl und Transport der Tiere nach Deutschland. Vor allem Betriebe mit Ebern werden ermutigt, dieses Angebot wahrzunehmen.
Effizientere Planung in Dänemark erforderlich
Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Herausforderung in Dänemark bestehen: Die Kapazitäten müssen durch eine bessere Planung der Anlieferungen optimiert werden. Infolge dieser Engpässe wurden bereits zahlreiche Schlachttermine verschoben.
Danish Crown arbeitet daran, die Bearbeitung der angemeldeten Mastschweine zu beschleunigen und somit die Wartezeiten weiter zu verkürzen. Eine effiziente Koordination könnte helfen, zukünftige Engpässe zu vermeiden und somit wirtschaftliche Verluste für die Landwirte zu minimieren.
