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Futtermangel bremst Kuhpreis, Jungbullen und Färsen im Aufwind

In der aktuellen Marktlage verzeichnen die Preise für Jungbullen und Schlachtfärsen deutliche Zuwächse. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) hat festgestellt, dass das geringe Angebot an diesen Tieren zu einem kontinuierlichen Preisanstieg führt. Anders verhält es sich bei Schlachtkühen, deren Preise aufgrund eines höheren Angebots weitgehend stabil bleiben.

Futtermangel steigert Schlachtkuhangebot

Der Süden Deutschlands sieht sich mit einer bemerkenswerten Zunahme der Kuhschlachtungen konfrontiert. Grund dafür sind die Dürre und der damit verbundene Futtermangel, wie aus Berichten des Landesbauernverbands Baden-Württemberg hervorgeht. Landwirte in dieser Region stehen vor der Herausforderung, 30 bis 40 Prozent weniger Futter als gewöhnlich zur Verfügung zu haben. Diese Knappheit zwingt viele dazu, ihre Bestände zu reduzieren.

Ein Beispiel hierfür ist Landwirt Harald Gronbach aus Crailsheim, der bereits ältere Kühe und weniger zuchttaugliche Tiere schlachten lassen musste. Die angespannte Futtersituation führt in mehreren Kreisen zu Wartelisten bei Schlachthöfen. In den Regionen Schwäbisch Hall und Umgebung werden bereits 15 Prozent der Tierbestände verkauft, um den Mangel an Futterreserven abzufedern.

Preisentwicklung bei Rindfleisch

Laut der VEZG beträgt der aktuelle Preis für R3-Jungbullen von Fleckvieh und Fleischrassen 6,20 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG), was einen Anstieg von 10 Cent im Vergleich zur Vorwoche bedeutet. Schwarzbunte R3-Bullen notierten bei 6,16 Euro je kg SG. Der Markt für Bullenkälber zeigt hingegen eine rückläufige Tendenz; in Nordrhein-Westfalen sanken die Preise auf etwa 251 Euro pro Tier.

Im Gegensatz dazu blieben die Preise für Schlachtkühe der Klasse O3 stabil bei 5,00 Euro je kg SG. Ebenso verhielten sich die Notierungen für die Klasse P2 mit einem Preis von 4,25 Euro je kg SG unverändert zur Vorwoche.

Forderungen nach politischem Handeln

Angesichts dieser Herausforderungen fordert der Landesbauernverband ein rasches Eingreifen durch Bund und Länder. Es wird vorgeschlagen, stillgelegte Flächen kurzfristig für den Futteranbau freizugeben, um den akuten Mangel zu lindern. Auch Brachflächen sollten genutzt werden können, um die Versorgung mit Futtermitteln sicherzustellen.

Die agrarpolitische Diskussion dreht sich nun darum, wie schnell und effektiv Maßnahmen umgesetzt werden können, um den betroffenen Betrieben Unterstützung zu bieten und langfristige Lösungen zur Abmilderung solcher Krisensituationen zu entwickeln.