Die derzeitige Wettersituation mit hohen Temperaturen und Trockenheit führte in diesem Jahr zu einem frühen Start der Bio-Getreideernte. Traditionell sinken die Erzeugerpreise mit Beginn der Ernte, was auch im Bereich des Biogetreides der Fall ist. Doch der ökologische Markt zeigt sich in seiner Preisgestaltung unabhängig vom konventionellen Markt.
Ernteergebnisse und Qualitätsmerkmale
Die Gerstenproduktion wurde erfolgreich abgeschlossen und lieferte sowohl hohe Erträge als auch gute Qualitäten. Auch bei Weizen konnten höhere Qualitäten wie A- und E-Weizen geerntet werden, obwohl die Proteingehalte im ökologischen Anbau tendenziell niedriger ausfallen als im konventionellen Bereich. Während Roggen durch gute Fallzahlen und kaum vorhandenes Mutterkorn überzeugte, fiel die Haferernte sowohl qualitativ als auch quantitativ eher durchwachsen aus.
Besonderheiten des Biomarktes
Die Preisrückgänge im Biogetreidemarkt sind keine Überraschung, jedoch ist dieser Markt weniger stark von politisch beeinflussten Börsen abhängig. Anstelle dessen spielen regionale Angebote und Nachfragen eine entscheidende Rolle. Zusätzlich belasten Lagerbestände aus vorherigen Ernten, vor allem EU-Bio-Ware, die aktuellen Preise.
Die Ökobranche kann sich jedoch nicht vollständig den politischen Einflüssen entziehen. Die gestiegene Nachfrage nach konventionellem Getreide in den EU-Staaten sowie hohe Ölpreise, die die Transportkosten erhöhen, wirken ebenfalls auf den Ökomarkt ein. In Ländern wie Rumänien werden Bioprodukte aufgrund hoher Exportpreise teilweise konventionell vermarktet.
Zukunftsaussichten und mögliche Erholung
Trotz der gegenwärtigen Preissituation gibt es unter Marktteilnehmern vorsichtigen Optimismus. Eine Wiederbelebung der Nachfrage wird erwartet, sobald die Lagerbestände aufgebraucht sind. Diese Hoffnung stützt sich auf die positive Entwicklung des Ökomarktes in den letzten Monaten.
Auf der Angebotsseite zeigt sich ein langsameres Wachstum: Der Ausbau des deutschen Ökosektors verlief in den vergangenen Jahren verhalten, und es wird noch einige Zeit dauern, bis neue Umsteller hinzukommen.
