Die Dieselpreise in Deutschland sind in den letzten Wochen deutlich angestiegen. Am vergangenen Mittwoch kostete ein Liter Diesel im Durchschnitt 2,16 Euro, was einem Anstieg von 16 Cent seit Monatsbeginn und 46 Cent seit Mitte Juni entspricht. Analysten gehen davon aus, dass die europäischen Dieselvorräte auf einen saisonal historisch niedrigen Stand sinken könnten, was auf Versorgungsunterbrechungen zurückzuführen ist.
Herausforderungen für den europäischen Dieselmarkt
Laut einer Analyse der Investmentbank Morgan Stanley stehen die europäischen Dieselvorräte unter Druck. Die Experten berichten von einem angespannten Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, das zu einem kontinuierlichen Rückgang der Lagerbestände führen könnte. Diese Entwicklung wird durch verschiedene Ereignisse wie die Eskalation im Nahen Osten und das russische Exportverbot für Diesel verschärft.
Die Raffineriemargen für Benzin und Diesel haben Anfang des Monats neue Rekordhöhen erreicht. Der starke Anstieg dieser Margen signalisiert einen weiterhin angespannten Markt für Kraftstoffe weltweit. Besonders betroffen sind europäische Raffinerien, die mit einem Rekordhoch der Margen von über 60 US-Dollar pro Barrel konfrontiert sind.
Globale Auswirkungen auf die Kraftstoffmärkte
Die Lage am Kraftstoffmarkt ist komplex und wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Die Entscheidung Russlands, ein Exportverbot für Diesel zu verhängen, soll die eigenen Kraftstoffkrise mildern, die durch Drohnenangriffe auf russische Raffinerien verstärkt wurde. Ole Hansen von der Saxo Bank hebt hervor, dass raffinierte Produkte schwerer auszugleichen sind als Rohöl.
Zusätzlich bleiben die globalen Raffineriekapazitäten begrenzt, was bedeutet, dass ein erhöhtes Rohölangebot nicht schnell in zusätzliche Produktion umgewandelt werden kann. Laut Daten von Insights Global liegen die weltweiten Dieselvorräte deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt der letzten fünf Jahre, insbesondere in den Regionen USA PADD 1 und 3 sowie in den Knotenpunkten Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA), Fudschaira und Singapur.
Anstieg der Verbraucherpreise
In Deutschland sind nicht nur die Diesel-, sondern auch die Benzinpreise gestiegen. Benzin E10 kostet derzeit durchschnittlich 2,14 Euro je Liter – ein Anstieg von 14 Cent im Vergleich zum Monatsbeginn und 34 Cent seit Mitte Juni. Die hohen Steuern in Deutschland tragen dazu bei, dass es hier einige der höchsten Kraftstoffpreise in Europa gibt.
