In der vergangenen Woche gab es signifikante Bewegungen auf den internationalen Agrarmärkten. Besonders auffällig waren die Entwicklungen im Weizensektor, wo die Preise an der Euronext und den US-Börsen einen deutlichen Anstieg verzeichneten. Der September-Future an der Euronext kletterte um 11,25 Euro auf 216,25 Euro pro Tonne, was einem Wochenzuwachs von 7,3 % entspricht. Gleichzeitig stiegen die Weizenkurse an der Chicago Board of Trade (CBoT) um 20,50 Cent auf 6,40 US-Dollar pro Bushel. Diese Preissteigerungen wurden durch Berichte über eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer durch Russland sowie aktualisierte Zahlen zur globalen Weizenversorgung im WASDE-Report befeuert.
Ölsaaten: Chinas Nachfrage beeinflusst den Markt
Im Bereich der Ölsaaten waren ebenfalls interessante Entwicklungen zu beobachten. Während der Rapshandel an der Euronext mit leichten Verlusten schloss und der November-Termin um 0,50 Euro auf 528 Euro pro Tonne fiel, verzeichnete der Soja-Komplex in Chicago einen deutlichen Anstieg. Die November-Sojabohnen stiegen um 9,25 Cent auf 11,92 US-Dollar pro Bushel und erzielten damit einen Wochengewinn von 3,7 %. Diese Zuwächse sind größtenteils auf zusätzliche Sojabohnenkäufe durch China sowie positive Signale aus dem WASDE-Report zurückzuführen. Der Rapsmarkt litt hingegen unter sinkenden Palmölpreisen aus Malaysia und einem schwächelnden Ölmarkt.
Mais: Reduzierte Ernteerwartungen in Europa
Die Maismärkte reagierten ebenfalls positiv auf die aktuellen Marktbedingungen. An der CBoT legte der Dezember-Future um 9 Cent auf 4,61 US-Dollar pro Bushel zu, was einem Wochengewinn von 4,4 % entspricht. Auf der Euronext stieg der November-Termin um 6,25 Euro auf 238,75 Euro pro Tonne. Schon zuvor erhöhte Weizenpreise und ein positiver WASDE-Report trugen zu diesem Aufwärtstrend bei. Zusätzlich senkte Coceral seine Prognose für die Maisproduktion in der EU deutlich von ursprünglich 57,2 Millionen Tonnen auf nunmehr 52,7 Millionen Tonnen aufgrund hoher Temperaturen.
Milchprodukte: Hohe Temperaturen beeinflussen Preise
An den europäischen Milchmärkten stiegen die Kurse für Magermilchpulver an der EEX am Freitag auf ein Sechs-Wochen-Hoch und erreichten für den August-Termin einen Schlusswert von 2.813 Euro pro Tonne. Auch Butter verzeichnete mit einem Preis von 4.143 Euro pro Tonne einen vergleichbaren Höchststand innerhalb derselben Zeitspanne. Die hohen Temperaturen in Mittel- und Westeuropa führten zu einer geringeren Milchproduktion und verminderten Inhaltsstoffen, was wiederum die Preisentwicklung beeinflusste.
