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Schweinepreis stürzt auf 1,40 Euro/kg – Landwirte in Notlage

Der Preis für Schlachtschweine in Deutschland hat einen neuen Tiefpunkt erreicht und liegt nun bei nur noch 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Dieses Niveau wurde zuletzt im Februar 2022 beobachtet. Der Rückgang des Schweinepreises um 10 Cent zum 8. Juli verschärft die wirtschaftliche Lage der Schweinehalter erheblich, die zunehmend Verluste hinnehmen müssen.

Marktüberschuss und schwache Nachfrage belasten die Preise

Der Verband der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) beschreibt die aktuelle Marktlage als von einer schwachen Nachfrage und einem gleichzeitig zu umfangreichen Angebot geprägt. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) weist darauf hin, dass diese Konstellation die Landwirte immer weiter in die Verlustzone drängt. Währenddessen sehen sich die Schlachtunternehmen mit unzureichenden Margen und Absatzschwierigkeiten konfrontiert. Besonders der intensive Wettbewerb auf dem europäischen Markt erhöht den Druck auf alle Beteiligten.

Wettbewerb verschärft sich durch europäische Konkurrenz

Dr. Robert Elmerhaus von Tönnies erklärt, dass der Konkurrenzkampf innerhalb Europas derzeit ein wesentlicher Faktor für die angespannte Marktsituation sei. Insbesondere günstige Angebote aus dem Ausland erschweren die Situation auf dem deutschen Markt erheblich. Die Hitzewelle hat zwar das Lebendangebot etwas reduziert, doch reichte diese Anpassung nicht aus, um den Nachfrageeinbruch auszugleichen. Marktbeobachter berichten, dass hohe Temperaturen und beginnende Urlaubszeiten den Fleischkonsum zusätzlich dämpfen.

Existenzbedrohende Situation für Landwirte

Nicht nur die Preise für Schlachtschweine sind betroffen, auch der Sauen- und Ferkelmarkt leidet unter der aktuellen Lage. Der Basispreis für Sauen sank ebenfalls um 10 Cent, während der Ferkelpreis in der 28. Woche um 3 Euro auf 37 Euro pro Stück fiel. Die ISN spricht von einer desaströsen wirtschaftlichen Lage und beziffert den Verlust pro Mastschwein derzeit auf 60 Euro. Diese Krise bedroht die gesamte Wertschöpfungskette in der deutschen Schweineproduktion.

Die ISN warnt eindringlich davor, dass ohne schnelle Gegenmaßnahmen das gesamte Konstrukt der Wertschöpfungskette Schweinefleisch gefährdet ist. Ein Zusammenbruch würde letztlich alle beteiligten Stufen treffen und weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen.