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Bayer und Jülich entwickeln zukunftssichere Landwirtschaftsstrategien

In einem zukunftsweisenden Projekt arbeiten Bayer und das Forschungszentrum Jülich an der Entwicklung einer widerstandsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft. Im Rahmen von ReGenFarm sollen praxisnahe Lösungen erarbeitet werden, die sowohl die Bodengesundheit als auch die Pflanzenzucht optimieren. Das Projekt wurde der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen präsentiert, die den Ansatz als essentiell für eine klimaangepasste Landwirtschaft sieht.

Pflanzenarten und Kohlenstoffspeicherung im Fokus

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Untersuchung von Kulturpflanzen, insbesondere ihrer Wurzeln, und deren Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung. Zwischenfrüchte spielen hierbei eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der Bodenstruktur. Ziel ist es, neue Pflanzensorten zu entwickeln, die hohe Erträge liefern und gleichzeitig den Kohlenstoffgehalt im Boden erhöhen. Einige dieser Ansätze werden unter zukünftigen CO2-Bedingungen getestet, um ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Bedeutung des Bodenmikrobioms

Das Projekt legt außerdem einen Schwerpunkt auf das Bodenmikrobiom. Wissenschaftler analysieren die Interaktion zwischen Pflanzen, Boden und Mikroorganismen und deren Einfluss auf Nährstoffkreisläufe. Neue methodische Ansätze sollen es ermöglichen, das Mikrobiom messbar und vergleichbar zu machen. Diese Erkenntnisse könnten in Zukunft in landwirtschaftlichen Betrieben angewendet werden, beispielsweise in Form eines digitalen Zwillings.

Praxisnähe durch Zusammenarbeit

Ministerin Gorißen betonte die Bedeutung der Kooperation zwischen Wissenschaft, Industrie und Landwirtschaft. Sie lobte das Projekt dafür, dass es wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in landwirtschaftliche Praxis umsetzt. Ein landwirtschaftlicher Betrieb wird in das Projekt integriert, um Bewirtschaftungsszenarien zu erarbeiten und zu testen. Parallel dazu entsteht ein digitaler Zwilling zur Simulation verschiedener Maßnahmen.

Finanzierung als Herausforderung

Während der Vorstellung des Projekts in Jülich waren sich Wissenschaftler und Politikvertreter einig, dass Landwirte bei der Finanzierung von Umstellungsmaßnahmen Unterstützung benötigen. Förderungen oder höhere Produktpreise könnten notwendige finanzielle Mittel bereitstellen. Ministerin Gorißen sieht in ReGenFarm ein Beispiel für einen technologieoffenen Ansatz, der Klimaanpassung mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbindet.